Lkw-Unfallserie auf A6 Gaffer blockieren Rettungsgasse: Helfer am Rande der Verzweiflung

Bei einem schweren Lkw-Unfall auf der A6 behinderten dreiste Gaffer die Rettungsmaßnahmen massiv. Die Bilder von der Unfallstelle. Foto: News5

Es seien "katastrophale Zustände" gewesen, mit denen die Rettungskräfte nach einem schweren Unfall auf der A6 im Landkreis Roth konfrontiert waren. Gaffer hatten es beinahe unmöglich gemacht, zu den Opfern vorzudringen.

Kleinschwarzenlohe - Kurz nach 7 Uhr ging der Anruf bei der Polizei ein, dass sich auf der A6 zwischen dem Kreuz Nürnberg-Süd und der Anschlussstelle Roth ein Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen ereignet hat. Sofort wurden die Rettungskräfte auf die Autobahn beordert, doch das Durchkommen zur Unfallstelle gestaltete sich schwierig.

Die Retter waren am Rande der Verzweiflung, weil es einfach kein Durchkommen zur Unfallstelle gab. Eine Rettungsgasse war nirgendwo in Sicht, stattdessen versuchten die Autofahrer, möglichst spektakuläre Fotos und Videos mit ihren Handys zu machen. Dazu stiegen sie sogar aus ihren Fahrzeugen aus und liefen in Scharen zur Unfallstelle. Rund 80 Gaffer hatten teils direkt im Unfallbereich versucht, Foto- und Filmaufnahmen von einem Getränkelaster zu machen, dessen Ladung sich über die gesamte Fahrbahn verteilt hatte. "Die Leute standen in mehreren Reihen mit ihren Kameras", so ein Polizeisprecher.

Polizei muss Unfallort vor Gaffern absperren

Die Polizei musste letztlich Absperrmaßnahmen einleiten, um die Schaulustigen von der Unfallstelle zurückzudrängen. "Das hat eine große Zahl Einsatzkräfte gebunden, die eigentlich dazu da sind, Leben zu retten", so ein Polizeisprecher. Feuerwehrkräfte mussten sogar aussteigen, um die Autofahrer zur Bildung einer Rettungsgasse aufzufordern. "Die Rettungsfahrzeuge sind zunächst überhaupt nicht zum Unfallort durchgekommen", erläuterte der Sprecher. Selbst auf der Gegenspur zückten Autofahrer ihre Handys, fotografierten und filmten. Dadurch entstanden immer wieder brenzlige Situationen.

Als die Einsatzkräfte doch endlich an der Unglücksstelle angekommen waren, offenbarte sich ihnen ein Bild der Zerstörung: Drei Lastwagen und ein Kleinbus waren an dem Unfall beteiligt und hatten sich teils massiv ineinander verkeilt. Glücklicherweise war jedoch keiner der Fahrer eingeklemmt worden. Drei Leichtverletzte wurden von der Feuerwehr betreut, bis sich auch der Rettungswagen seinen Weg zur Unfallstelle gebahnt hatte.

Die Autobahn in Richtung Heilbronn war mehrere Stunden voll gesperrt. Der schwer verletzte Fahrer eines Kleintransporters, der unterdessen auf das Stauende aufgefahren war, wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

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