Das Angebot für begeisterte Radler lässt keine Wünsche offen. Was der Markt zu bieten hat – und wie viel der Spaß kostet.

München - Mountainbikes mit Zahnriemen, fast schon umzugstaugliche Lastenräder, selbstleuchtende Klappradl und vollgefederte E-Bikes: Auf dem Radlmarkt gibt’s nichts, was es nicht gibt. Das spiegelt den Trend deutlich wieder. Fahrrad fahren ist längst nicht mehr nur etwas für Müsli verzehrende Umweltaktivisten. Mit der zunehmenden Beliebtheit werden die Radl immer vielfältiger.

Für manch einen ersetzt das Radl das Auto als Statussymbol – freilich mit dem entsprechenden Preisschild versehen. Mit der steigenden Beliebtheit haben sich die Räder auch außerhalb des Profisektors zu wahren High-Tech-Produkten entwickelt. Immer häufiger werden auch verschiedene Typen kombiniert – etwa das E-Mountainbike.

Damit ist das passende Rad keine Altersfrage mehr. Die Räder können immer mehr an die individuellen Wünsche und Bedürfnisse angepasst werden. Trikes helfen bei Gleichgewichtsproblemen, E-Bikes unterstützen, wo die eigene Kraft fehlt. Mit kabelloser Elektroschaltung, schlauchlosen Reifen und individuell angepassten Sätteln werden die Räder dann im Detail verbessert.

City-Bike

Der Münchner Radler kennt das Problem, wenn’s regnet: Das Radl darf nicht mit in die U-Bahn oder Tram. Außer man kann’s zusammenfalten. Bei den Klapprädern achten die Hersteller inzwischen verstärkt auf das bisher eher uncoole Design. Aus London kommt hier außerdem das erste Radl mit leuchtendem Rahmen.

Stadträder gibt’s dank der einfachen Anforderungen für (vergleichsweise) wenig Geld, sie starten bei etwa 500 Euro. Mit dem Anzug zur Arbeit und schon ist Kettenschmiere an der Hose? Muss nicht sein: In den letzten Jahren haben die Hersteller die Qualität von Zahnriemen erheblich verbessert. Die rosten außerdem nicht, auch wenn sie häufig nass werden.

 

Leichter Luxus

Radler mit erlesenem Geschmack kommen im Luxussektor im wahrsten Sinne des Wortes auf ihre Kosten. Sowohl für die Fahrräder, als auch für das Zubehör kann man richtig Geld ausgeben. Dafür gibt’s dann auch die Radl der Weltspitze.

Beispielsweise das ultraleichte Rennrad von Felt: Für 16 000 Euro bekommt man ein Bike, das sich problemlos mit zwei Fingern hochheben lässt. Gewicht sparen lohnt sich übrigens besonders bei den Reifen – und für rund 1000 Euro pro Stück wiegt so ein Aero-Laufrad mit Carbonfelge auch nur noch 1505 Gramm. Beim edlen Reiserad ist alles, was geht, aus Titan, sogar die Klingel.

Ob’s diese High-End-Räder aber wirklich braucht?

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Für den Einkauf

Es gibt nichts, was man mit dem Rad nicht transportieren kann, könnte man meinen. Ob die Bierkästen für die Studenten-WG, der Großeinkauf vom Baumarkt oder gleich ein ganzer Umzug – moderne Lastenräder haben ganz schön Stauraum und tragen viel Gewicht. Beladen wird nach dem „Long-John-Prinzip“ vor dem Lenker.

Der enorme Vorteil gegenüber einem Anhänger: Man hat das Transportgut stets im Blick. Einfach zu rangieren, ist so ein Riesenteil freilich nicht. Und weil’s auch richtig schwer wird (allein das Rad wiegt über 30 Kilo) empfiehlt sich hier die Unterstützung durch einen Motor.

Der Kostenfaktor für das bis zu zwei Meter lange Rad liegt bei rund 5000 Euro.

Für Actionfans

Die Hersteller von geländegängigen Fahrrädern setzen immer mehr auf Crossover-Produkte. So bekommen Mountainbikes nun die Vollfederung verpasst, die bisher eher an Downhillrädern zu finden war.

Zum Runterbrettern muss man allerdings erstmal raufkommen. Wer sich bisher den Gotthardpass nicht zugetraut hat, könnte es mit einem E-Mountainbike probieren. Praktisch sind moderne Funkschaltungen mit umlegbaren Knöpfen. So muss man bei einem schwierigen Bergausstück zum Schalten nicht umgreifen.

Die Helmkamera bekommt bei der Befestigung eine Sollbruchstelle. Protektoren aus Viskoseschaum verbessern die Beweglichkeit beim Stunt.

 

Für Mini-Radler

Radeln mit Kindern ist auch bei geschlossener Schneedecke kein Problem mehr.

Am eigenen – mit Breitreifen ausgestatteten Rad – können Eltern den Kinder-Anhänger auch auf Skiern hinter sich herziehen – Spaß macht den Sprösslingen das ganz sicher. Sicherer wird der Anhänger durch die integrierte Beleuchtung.

Dreiradl werden am Spielplatz fix zum Kipplader umfunktioniert, die abnehmbare Griffstange, kann als Schaufel verwendet werden – und zum Schieben, wenn die Kleinen keine Lust mehr haben.