Länderspiele in Folge Beckenbauer überholt: Kaiser Kimmich

Joshua Kimmich bestritt gegen Aserbaidschan sein 23. Länderspiel in Folge. Foto: dpa

Bayerns Rechtsverteidiger, gegen Aserbaidschan Kapitän, überholt Beckenbauer nach DFB-Einsätzen in Folge. "Eine große Ehre."

Kaiserslautern -  Thomas Müller sprach nach dem 5:1-Sieg mit der deutschen Nationalelf im abschließenden WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan gerade über die nun anstehende Vorbereitung auf die Endrunde 2018 in Russland.

"Da können wir ein bisschen was ausprobieren und zeigen, wie weit wir gehen können, um die anderen zu schlagen", sagte der 28-Jährige in den Katakomben des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern. Als er im Augenwinkel seinen Teamkollegen erblickte, ergänzte er grinsend: "Und den Rest macht Joshua Kimmich."

Ein typischer Müller, von dem sich Kimmich, der ebenfalls gerade ein Interview gab, aber nicht aus dem Konzept bringen ließ. Man kennt sich schließlich. Als Mannschaftskameraden beim FC Bayern sowieso. Aber auch in der Nationalelf gehört Kimmich längst zum festen Inventar, ist dort nach nur 24 Länderspielen schon nicht mehr wegzudenken. 23 davon stand er zuletzt in Folge ununterbrochen auf dem Platz.

Vogts noch vor Kimmich

Damit bewegt sich Kimmich in einem elitären Kreis: zwischen Franz Beckenbauer und Berti Vogts. Den Kaiser, der zwischen 1973 und 1975 einst auf 22 neunzigminütige Einsätze in Serie kam, hat er bereits überholt, nur Vogts, der in 34 aufeinanderfolgenden Spielen von 1968 bis 1971 keine Minute verpasste, noch vor sich.

"Eine große Ehre. Diese Serie ist mir aber nicht so wichtig", sagte Kimmich: "Viel wichtiger ist mir, dass Herr Löw mir das Vertrauen schenkt. Es ist schön zu wissen, dass man gebraucht wird. Ich versuche, das auf dem Platz zurückzuzahlen."

Gegen Aserbaidschan wurde er in den letzten 20 Minuten sogar in besonderer Rolle gebraucht. Müller übergab ihm bei seiner Auswechslung nämlich die Kapitänsbinde. Wie sich das anfühlt, weiß Kimmich schon vom Confed-Cup und dem Spiel gegen Kamerun.

Kapitänsbinde eine "Riesenehre"

"Das hat mich natürlich gefreut", sagte Kapitän Kimmich trotzdem stolz. "Es ist eine Riesenehre, die Kapitänsbinde für Deutschland tragen zu dürfen."

"Er ist fast wie mein Sohn", sagte sein ehemaliger Bayern-Trainer und Förderer Pep Guardiola einst über ihn. Unter Löw ist Kimmich nun längst fußballerrisch erwachsen geworden, als Rechtsverteidiger und Führungsspieler gesetzt. Seine neun Torvorlagen in zehn Quali-Spielen sind europaweit einmalig. Insgesamt kommt er jetzt auf drei Tore und elf Assists im DFB-Trikot.

Selbst die unvermeidlichen Vergleiche mit Vorbild und Vorgänger Philipp Lahm wehrt Kimmich mithilfe seiner Leistungen locker ab. Ähnlich souverän wie die Streiche von Müller.

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