Im L’Amar ist alles bio. Für seinen sorgsamen Umgang mit Fleisch hat das Lokal jetzt einen Preis bekommen.

So eine Zucchiniblüte, gefüllt mit Ricotta, das wäre schon eine feine Sache, sagt Irmgard Rossello. Aber leider gibt es Zucchiniblüten nicht in Bio-Qualität. „Deshalb kann ich sie leider auch nicht anbieten."

 

Rossello ist seit gut 20 Jahren in der Bio-Branche tätig Sie hat den Grünen Markt gegründet, gemeinsam mit ihrem Mann Roberto betreibt sie in der Großmarkthalle den Bio-Feinkosthandel Greenlotus. Und weil sie die ganzen guten Sachen – den Balsamicoessig, den Kaffee und das Olivenöl – nicht immer nur an andere Restaurants weiterverkaufen wollte, hat sie vor vier Jahren auch noch ein Lokal aufgemacht.

 

Im L’Amar in der Pestalozzistraße ist alles, was auf der Karte steht, zu hundert Prozent aus ökologischer Erzeugung. Kaum ein anderes Restaurant in München kann das von sich noch behaupten. Sogar die Stimmung in der Küche im L’Amar ist bio. Der Umgangston ist nicht so rau wie anderswo, unter den Köchen gibt es keine Hierarchie. „Das ist eine Atmosphäre”, sagt Rossello, „die man auch schmeckt.”

 

Gestern ist das L’Amar für seinen sorgsamen Umgang mit Fleisch ausgezeichnet worden. Im Rahmen des Projekts „Tierschutz auf dem Teller” hat die Münchner Schweisfurth-Stiftung dem Lokal die Tierschutzkochmütze verliehen. Seit deren Einführung vor acht Jahren haben neun Lokale diesen Preis bekommen. Neben dem L’Amar wurde dieses Jahr auch das Vier-Sterne-Hotel Exquisit in der Pettenkoferstraße geehrt.

 

Das Fleisch bezieht das L’Amar von der Bio-Metzgerei Pichler aus Gräfelfing. Das Rinderfilet mit grüner Pfefferkruste, Pfifferlingen und Süßkartoffelröschen (26,90 Euro) oder das Lammkotelette mit Bohnen-Gemüse und Tomaten-Kartoffel-Püree (24,90 Euro) stammen von dort.

 

Zwar ist im L’Amar alles, vom Vital-Frühstück (13,90 Euro) bis zum Thunfischfilet (24,90 Euro), etwas teurer als in einem regulären Restaurant. Und das mit dem Bio-Zertifikat interessiert die Mehrheit der Gäste überhaupt nicht. „Aber es schmeckt nur so gut, weil es eben bio ist”, sagt Rossello. Kochen ohne Bio-Produkte kommt für sie jedenfalls nicht in Frage. Auch, wenn es dann halt keine Zucchiniblüten auf der Karte geben kann.

 

Pestalozzistraße 28, Mo. bis Sa. 9-23 Uhr, So. 10-23 Uhr, www.cafelamar.de, Tel. 54 89 23 27