Der Schwabinger wird von einem Münchner vertreten, der schon mal einen prominenten Mandanten hatte. Und das ist nicht die einzige Neuerung im Kunst-Krimi.

Schwabing - Der eine saß jahrelang in der Psychiatrie – zu Unrecht, wie er sagt. Der andere hütete jahrzehntelang einen Kunstschatz in seiner Wohnung – bis Staatsanwälte ihm seine Kunstwerke abnahmen.

Gustl Mollath und Cornelius Gurlitt haben nicht nur schlechte Erfahrungen mit der bayerischen Justiz gemeinsam – sondern nun auch den gleichen Rechtsanwalt!

Wie aus Justizkreisen zu vernehmen ist, hat der Münchner Christoph Edel die vorläufige Betreuung des Schwabinger Kunsthändlersohnes übernommen. Edel selbst bestätigte die Nachricht am Montagmorgen per E-Mail: "Meine Bestellung zum Betreuer für Herrn Cornelius Gurlitt kann ich bestätigen." Details zu seiner Tätigkeit wolle er "mit Rücksicht auf die Privatsphäre" seines Mandanten nicht nennen.

Edel ist laut seiner Homepage Fachanwalt für Steuer- und Betreuungsrecht in Fürstenried. 2008 war der Jurist auch für Gustl Mollath aktiv – und legte sich dabei auch mit dessen Ex-Frau an.

Das Amtsgericht München hatte Cornelius Gurlitt vor Weihnachten unter vorläufige Betreuung gestellt. Laut Gerichtspräsident Gerhard Zierl hatten Ärzte einen entsprechenden Antrag gestellt. Zierl sagte damals, man habe einen „erfahrenen“ Betreuer beauftragt – wer das ist, sagte er freilich nicht.

Wochen sind seitdem vergangenen – die Maßnahme ist aber noch immer in Kraft: „Die Betreuung besteht noch“, bestätigte die Sprecherin des Gerichts, Monika Andreß, gegenüber der AZ. „Das Verfahren läuft, ärztliche Gutachten werden noch gefertigt.“

Wo sie gemacht werden und wo sich Cornelius Gurlitt derzeit aufhält, ist aber ungeklärt – laut Freunden ist er seit Beginn der Betreuung nicht mehr daheim zu erreichen. Laut Münchner Amtsgericht ist Gurlitt „in einem Krankenhaus in Deutschland“.

Derweil ermittelt die Staatsanwaltschaft Augsburg weiter wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen den Kunsthändlersohn. Und auch da gibt es eine Neuigkeit: Der Augsburger Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai sagte, es hätten sich vor kurzem drei Verteidiger von Cornelius Gurlitt bei der Staatsanwaltschaft gemeldet. Was sie wollten, sagte Nickolai nicht.

Bis dahin hatte der 81-Jährige trotz allem keinen Anwalt – jetzt hat er gleich vier auf seiner Seite.