Kultur und Radwege Neue Pläne für alten Olympia-Bahnhof in Moosach

Der alte S-Bahnhof Olympiark: Man kann sagen, was man will – pittoresk ist er ja schon. Foto: Petra Schramek

Seit fast 30 Jahren modert die Station vor sich hin. Jetzt gibt es Pläne für einen Park und Band-Übungsräume.

Moosach - Gras und Moos sprießen in den bröckelnden Betonfugen. Birken wachsen aus den Ritzen im stillgelegten Olympiabahnhof. Die grauen Säulen und Mauern sind mit bunten Graffiti besprüht. Seit fast 30 Jahren schlummert der stillgelegte S-Bahnhof nun schon vor sich hin. Die Natur hat sich das Gebäude und das Gelände, auf dem einst tausende Sportbegeisterte zu den Olympischen Spielen 1972 anreisten, nach und nach zurückerobert. Auf den ausrangierten Gleisen wachsen seltene Pflanzen wie echter Lavendel, die kriechende Zwerg-Mispel oder der Ysop.

Symbiose aus Naturschutz, Erholung und Jugendkultur

Vor 45 Jahren, am 28. April 1972, war der damals neu gebaute Bahnhof erstmals angefahren worden, rund 16 Jahre später wurde er wieder geschlossen. Seitdem ist er dem Verfall preisgegeben. Dies soll sich nun ändern. Das denkmalgeschützte Gebäude und das Gleisgelände mit seinem rauen Charme sollen wieder von Menschen genutzt werden. Eine Symbiose aus Naturschutz, Raum für Erholung und Jugendkultur soll daraus entstehen, das einzigartige Flair dabei aber weitgehend erhalten bleiben.

Im Herbst 2016 hatte die Stadt München, die das Gelände von der Deutschen Bahn gekauft hat, ein Nutzungskonzept für die Anlage westlich des Olympiaparks und der Landshuter Allee erstellt. Ein Berliner Architekturbüro hat inzwischen ein Nutzungskonzept erarbeitet. Es folgt dem Grobkonzept, das die Teilnehmer mehrerer runder Tische erarbeitet hatten. Unter dem Motto "Natur findet Stadt" soll der zwei Kilometer lange und bis zu 140 Meter breite Streifen künftig zu einer Nord-Südachse für Rad- und Fußgänger werden. Er wird den Eisenbahn-Nordring mit dem Sapporobogen im Süden verbinden. Sitzbänke sollen den beleuchteten Weg flankieren.

Kleingärtner müssen möglicherweise umziehen

Der Bezirksausschuss (BA) Feldmoching-Hasenbergl wünscht sich zudem eine Verbindung zwischen der Olympia-Pressestadt und der Dieselschule zum Werner-Friedmann-Bogen. Doch dagegen sträuben sich Ausschussmitglieder aus Moosach. Diese halten die Verbindung zwischen Berufsschulzentrum und Pressestadt für sicherer. Für die nördlichere Variante müssten mehrere Kleingärtner umziehen. "Da muss sich das Baureferat noch mit den Eigentümern auseinandersetzen", sagt Moosachs BA-Vorsitzende Johanna Salzhuber (SPD). Weiter soll das Areal über den Kusocinskidamm und im Süden über den Werner-Seelenbinder-Weg angeschlossen werden. Der BA Feldmoching-Hasenbergl wiederum wünscht sich eine Erweiterung bis nach Oberschleißheim.

Das Kernstück der alten Gleisanlagen, der Olympiabahnhof, der zur Zeit noch mit Gittern versperrt ist, soll künftig vor allem jungen Leuten zur Verfügung stehen. Im Untergeschoss könnten Musikübungsräume geschaffen werden. Der Bereich an den Gleisen soll ein naturnaher Park bleiben. So ist geplant, dass zwei Bahnbrücken über die Triebstraße und den Georg-Brauchle-Ring als "Grünbrücken" - also Biotope - belassen werden. Die dritte, östliche Brücke über die Triebstraße soll Radwegbrücke werden.

Ergebnisse bis Anfang 2018

In einem europaweiten Verfahren sollen nun Planungsteams aus Landschaftsarchitekten, Bauingenieuren und Architekten gestalterische Lösungen erarbeiten. Die Ergebnisse sollen bis Anfang 2018 vorliegen. Die Vorsitzenden der Bezirksausschüsse Moosach, Feldmoching-Hasenbergl und Milbertshofen-Am Hart werden dann für eine Variante auswählen und dem Stadtrat empfehlen. Johanna Salzhuber: "Wir warten mit Sehnsucht auf die Entwürfe."

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