Kritik der Anwohner Pläne präsentiert: So soll der Laimer Tunnel aussehen

Im kleinen Bild in Hellblau: der künftige Verlauf der Busspuren durch die Umweltverbundröhre am Laimer Bahnhof. Foto: Deutsche Bahn/AZ

Unter Gleisen: Bei einem Infoabend stellt die CSU die Pläne für die Umweltverbundröhre nach Nymphenburg vor. So soll der Tunnel in Laim aussehen.

Laim - Nein, um die Tram-Westtangente soll es am Mittwochabend nicht gehen, das betonen die anwesenden Stadtteilpolitiker und Bürgermeister Josef Schmid von der CSU mehrmals. Die kommt in den Plänen der Umweltverbundröhre (UVR) auch noch gar nicht vor.

Die CSU hatte die Laimer und Nymphenburger in die Lukasschule eingeladen, um den aktuellen Stand zur UVR vorzustellen. Sie soll am Laimer Bahnhof zwölf Meter östlich der bestehenden Tunnel entstehen, zusammen mit den Bauarbeiten für die Zweite Stammstrecke.

Zur Einstimmung gab’s eine Rekapitulation der zahlreichen Unzulänglichkeiten, die die bestehende Bahnanlage und ihre unmittelbare Umgebung im Laufe der Jahre aufzuweisen hatten – und dann einen Blick in die Zukunft. Die Prognosen für die weiterhin steigenden Zahlen an Ein-, Aus- und Umsteigern am Bahnhof und Einwohnern im täglichen Verkehr sind der Grund, weshalb die Stadt das Geld für die UVR, die am Ende der Bahn gehören wird, in die Hand nimmt. Und das sind immerhin 97 Millionen Euro.

Durch die UVR, daher auch der Name, wird nur der umweltfreundliche Verkehr laufen: Fußgänger, Radfahrer, Tram und Bus. Vom Bahnsteigaufgang an der östlichen Flanke aus gesehen, gibt es dann einen Gehsteig, eine Zwei-Richtungs-Radspur, eine Wartetrasse an der Haltestelle und zwei Busspuren. Am westlichen Ende ist dann freilich noch der Haltestellenbereich für die Busse aus dem Norden.

Kritik an den Plänen von Seiten der Anwohner

Nicht wenige der rund 150 anwesenden Bürgerinnen und Bürger war unwohl angesichts der zwangsweisen Querung des Radweges. Ulrich Osthöfer von den Stadtwerken, der die Pläne präsentierte, wies allerdings darauf hin, dass eine Planung ohne eine solche Querung nunmal nicht möglich sei.

Sorgen bereiteten auch die Pläne zum Bahnsteigaufgang. Eine Treppe und eine Rampe führen zu einem Zwischendeck, von wo aus die Fahrgäste entweder über die Treppe oder je einen Aufzug zu den Bahnsteigen gelangen. Das sei nur sehr bedingt barrierefrei, kritisierten Stimmen aus dem Publikum. "Zusammengesteckte Versatzstücke – typisch München", hieß es sogar.  Den Verzicht auf die geforderten Rolltreppen begründete Osthöfer mit schlichtem Platzmangel.

Die Tram-Westtangente soll durch den Tunnel laufen

Noch nicht eingeplant sind die Gleise der Tram-Westtangente, die irgendwann einmal auch durch die UVR laufen sollen. Irgendwann einmal eben – bis die Pläne für die Tangente fertig sind, wird es noch dauern. Darauf könne man jetzt bei der Planung der UVR nicht warten, betonte Schmid.

Bauherrin der UVR ist die Deutsche Bahn, die ab 2019 auch in Laim mit den Arbeiten für die Zweite Stammstrecke beginnt. Die bestehenden Röhren werden nicht verändert. "Außer vielleicht angestrichen", sagt Schmid.

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