Krisen-Kölner hauen Hertha raus DFB-Pokal: Wolfsburg, Stuttgart und Nürnberg weiter

Wolfsburgs Ohis Felix Uduokhai trifft zum 1:0 in das Tor von Hannovers Torwart Michael Esser (M). Foto: Silas Stein/dpa

Für die Bundesligisten Hertha BSC und Hannover 96 ist der Wettbewerb dagegen in der 2. Runde vorbei. Ebenfalls weiter ist Zweitligist Nürnberg.

Berlin - Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Köln steht im Achtelfinale des DFB-Pokals. Im ersten Spiel nach der überraschenden Trennung von Manager Jörg Schmadtke gewannen die Rheinländer am Mittwochabend bei Hertha BSC mit 3:1 (2:0). Ebenfalls für die Runde der letzten 16 qualifiziert sind der VfL Wolfsburg, der VfB Stuttgart und der Zweitligist 1. FC Nürnberg.

Der Bundesliga-Vorletzte Werder Bremen hat das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. Das Team von Trainer Alexander Nouri besiegte 1899 Hoffenheim am Mittwochabend durch das erste Pflichtspieltor des algerischen Nationalspielers Ishak Belfodil mit 1:0 (1:0). Der SC Freiburg setzte sich gegen Zweitligist Dynamo Dresden nach Rückstand am Ende mit 3:1 (0:0) durch. Die beiden Zweitliga-Kellerkinder Jahn Regensburg und 1. FC Heidenheim lieferten sich eine muntere Partie, die mit 2:5 (1:2) endete.

Freiburg erreicht Achtelfinale nach Pokalfight gegen Dynamo Dresden

Der SC Freiburg hat nach einem Fußball-Kraftakt gegen Zweitligist Dynamo Dresden erstmals seit drei Jahren wieder das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. Beim letztlich souveränen 3:1 (0:0) am Mittwochabend hatte der Bundesligist über weite Strecken aber große Mühe mit den kämpferisch starken Dresdnern. Rico Benatelli (48. Minute) hatte die Gäste vor 17 800 Zuschauern im Schwarzwald-Stadion sogar in Führung gebracht.

Torjäger Nils Petersen (50.), Kapitän Julian Schuster (61.) und Janik Haberer (81.) drehten die Partie aber zugunsten der Freiburger. Letztmals hatte die Mannschaft von Trainer Christian Streich ebenso wie Dynamo Ende 2014 ein Pokal-Achtelfinale gespielt.

Nouris Werder kann noch siegen - 1:0-Pokalerfolg gegen Hoffenheim

Krisenclub Werder Bremen kann sich im DFB-Pokal auf seine Heimstärke verlassen. Die in der Fußball-Bundesliga noch sieglose Mannschaft des unter Druck stehenden Trainers Alexander Nouri besiegte am Mittwochabend im Weser-Stadion 1899 Hoffenheim mit 1:0 (1:0). Vor 31 210 Zuschauern schoss Ishak Belfodil (31. Minute) den Tabellenvorletzten ins Achtelfinale. Durch den Erfolg baute Werder seine Rekordheimserie im Pokal aus. Die Hanseaten sind nun seit 36 Partien und seit 1988 zu Hause in dem Wettbewerb ungeschlagen. Werders Sieg war glücklich, aber nicht unverdient. Die Mannschaft agierte kompakt und holte sich gegen den favorisierten Europa-League-Teilnehmer ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis. Die aktiveren Hoffenheimer kamen zu wenigen klaren Chancen.

Stöger kann wieder lächeln: Kölner siegen bei Hertha 3:1

Kölle lebt! Zwei Tage nach der Blitztrennung von Manager Jörg Schmadtke hat sich der Krisenclub mit einer beeindruckenden Vorstellung zurückgemeldet und Hertha BSC aus dem DFB-Pokal geschmissen. Der in der Fußball-Bundesliga noch sieglose Tabellenletzte 1. FC Köln gewann am Mittwoch in der 2. Runde des nationalen Cups 3:1 (2:0) in Berlin. Der Jubel über den Coup hielt sich bei Spielern und Verantwortlichen jedoch in Grenzen: "Das ändert nichts an unserer Situation in der Bundesliga", sagte FC-Towart Timo Horn.

Simon Zoller (35. Minute), Dominic Maroh (43.) und Christian Clemens (64.) brachten die Gäste in Führung. Hertha schaffte vor 33 459 Zuschauern im Olympiastadion durch Niklas Stark (69.) nur noch den Anschluss und geht jetzt unruhigen Zeiten entgegen. Nach der Partie gab es Pfiffe von den Fans, einige wenige drangen in den Innenraum vor und taten ihren Unmut kund.

Schmadtke hatte sich vor der Partie zu Wort gemeldet und im "Kölner Stadt-Anzeiger" Gerüchten widersprochen, er habe den Rauswurf von Trainer Peter Stöger geplant. Der Coach sprach von einer "ganz entscheidenden Phase für den Club". In Berlin setzte Stöger auf eine extrem junge Startelf. Im Vergleich zum 0:0 gegen Werder Bremen rutschten Frederik Sörensen, Jannes Horn und Tim Handwerker ins Team, das ein Durchschnittsalter von nur 23,3 Jahren aufwies.

Endlich ein Sieg mit Wolfsburg

Unmittelbar nach seinem Premierensieg mit dem VfL Wolfsburg herzte Trainer Martin Schmidt Jeden, der ihm in den Weg kam. Zuvor hatte Newcomer Felix Uduokhai dem Remiskönig den ersten Erfolg mit seinem neuen Team beschert. Nach zuvor fünf Unentschieden in der Fußball-Bundesliga schoss das 20 Jahre Abwehrtalent den VfL durch ein 1:0 (0:0) gegen Hannover 96 ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Dank Uduokhais erneutem Treffer (49. Minute) nur drei Tage nach seinem Premierentor für den VfL beim 1:1 gegen Hoffenheim steht Wolfsburg zum 14. Mal in der Runde der letzten 16. Erstmals seit sechs Jahren schaffte der VfL damit einen Heimsieg über den Rivalen aus der Landeshauptstadt.

 

"Wir sind auf dem richtigen Weg, aber wir bewerten das nicht über", sagte VfL-Manager Olaf Rebbe und lobte den neuen Coach: "Die Mannschaft war vom Trainerteam hervorragend eingestellt." Etwas überraschend hatte der VfL-Trainer den wieder genesenen Nationalstürmer Mario Gomez bis kurz vor Schluss auf der Bank gelassen. Neu in der Pokal-Startelf standen Yannick Gerhardt und Robin Knoche. 96-Coach André Breitenreiter brachte dagegen gleich ein halbes Dutzend neue Spieler, auch Torhüter Philipp Tschauner musste auf die Bank. Für ihn spielte Neuzugang Michael Esser. "Wir bringen frische Kräfte, auf Grund von Verletzung, auf Grund vom Konkurrenzkampf", sagte Breitenreiter. "Sie haben es verdient, von Beginn an zu spielen."

3:1 auf dem Betzenberg: Stuttgart erreicht dritte Pokal-Runde

Zweitliga-Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern ging zwar in der 7. Minute nach einem haarsträubenden Abwehrfehler des VfB Stuttgart durch Lukas Spalvis in Führung. Daniel Ginczek (21./Foulelfmeter), Chadrac Akolo (66.) und der eingewechselte Simon Terodde (71.) sorgten jedoch am Ende für einen 3:1-Erfolg des Bundesliga-Aufsteigers.

Nürnberg nach 3:2 bei Pokalschreck Osnabrück im Achtelfinale

Der 1. FC Nürnberg hat in der 2. Runde des DFB-Pokals den Favoritenschreck VfL Osnabrück ausgeschaltet. Der Fußball-Zweitligist gewann am Mittwoch beim Tabellenletzten der 3. Liga mit 3:2 (1:1) zog durch Treffer von Mikael Ishak (38.), Tim Leibold (50.) und Enrico Valentini (72.) ins Achtelfinale ein. Für die Osnabrücker, die in der 1. Runde den Hamburger SV (3:1) aus dem Wettbewerb warfen, trafen Marcos Alvarez (4./Foulelfmeter) und Christian Groß (64.).

Aufregung gab es vor 13 557 Zuschauern an der Bremer Brücke bereits nach vier Minuten. Nach einem Trikothalten von Nürnbergs Patrick Kammerbauer an Jules Reimerink pfiff Schiedsrichter Bastian Dankert Elfmeter. VfL-Angreifer Alvarez ließ FCN-Schlussmann Thorsten Kirschbaum keine Abwehrchance und verwandelte sicher zum 1:0. Torschütze Alvarez hatte dazu Pech mit einem Lattenschuss (15.).

Der Dritte der 2. Bundesliga schlug in der 38. Minute zurück. FCN-Stürmer Ishak überwand Osnabrücks Keeper Marius Gersbeck mit einem Schuss ins lange Eck. Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel sorgte Leibold nach einer Flanke von Valentini per Kopf für die Gäste-Führung.

Danach kämpfte sich das Team von Interimstrainer Daniel Thioune zurück ins Spiel. Erst parierte Kirschbaum einen Schuss von Reimerink glänzend (63.). Eine Minute später war der Nürnberger Torwart machtlos, nachdem VfL-Kapitän Christian Groß problemlos zum 2:2 einköpfen konnte. Mit einer schönen Einzelleistung schoss Valentini den Favoriten nach 72 Minuten doch noch ins Achtelfinale. Osnabrücks Furkan Zorba sah dazu in der 76. Minute nach einer Notbremse die Rote Karte.

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