Konzertkritik vom Tollwood Bob Dylan: So war sein Konzert im Musikzelt

Bob Dylan gab ein Konzert auf dem Tollwood. Foto: dpa/Bernd Wackerbauer

Ein verwaistes Festivalgelände bietet die optimale Kulisse für diese vollkommen aus der Zeit gefallene Legende. Bob Dylan und seine Band spielen am Vorabend der Tollwood-Eröffnung vor 5500 Zuschauern im ausverkauften Musikzelt ihr bestes Münchner Konzert seit Ewigkeiten.

München - Vergessen sind die gespenstischen Auftritte in der Klanghölle Zenith, oder die uninspirierte Doppelshow mit Mark Knopfler in der Olympiahalle, als der Meister am Dienstag um 19.30 Uhr sein Konzert mit "Things Have Changed" eröffnet. Der Sound ist kristallklar, Dylan - gewohnt schlecht ausgeleuchtet - pendelt zwischen der Bühnenmitte und seinem Piano an der Seite.

Man mag seine Stimme, oder was davon übrig geblieben ist, als Krächzen und Fauchen bezeichnen, aber das trifft den Kern nicht. Bewegender als der 73-Jährige kann man Songs wie "Tangled Up In Blue", "Love Sick" oder "Forgetful Heart" nicht interpretieren. Die fantastisch eingespielte Band, die Dylan leider nicht einmal vorstellt, ist sein treuer Begleiter auf der Never-Ending-Tour.

Düster-atmosphärische Songs wie "Scarlett Town" kostet Dylan diesmal bis zur letzten Strophe aus, eher sein Konzert in die seit langem gleiche Zielgrade geht: "All Along The Watchtower" und "Blowin' in the Wind", als eine Art Walzer, der mit Dylans Mundharmonika-Tönen endet.

Das euphorisierte Publikum, darunter Dylologen wie Friedrich Ani und Wolf Wondratschek, feiert den Meister frenetisch.

 

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