Der Stadtrat hat sich mit dem strittigen Thema befasst - und eine Entscheidung getroffen.

Trudering - Ein Premierleutnant, der Überfälle und Massaker an der Bevölkerung in Kamerun durchführen ließ. Ein Hauptmann, der das Volk der Hereros verfolgte. Ein Befehlshaber, der brutalste Feldzüge verantwortete.

Nach solchen Männern sind in München Straßen benannt. Eine Tatsache, die seit zehn Jahren immer wieder zu Kontroversen geführt hat. Die so genannten „Kolonialviertel“, über die so heftig diskutiert wird, liegen in Trudering und Bogenhausen. Die große Streitfrage: Sollten die dortigen Straßen nicht besser entkolonialisiert werden?

Gestern hat der Kommunalausschuss des Stadtrats bis auf weiteres den Deckel auf die Debatte draufgemacht: Die Stadträte beschlossen mit großer Mehrheit (nur gegen die Stimmen der Linken), dass es keine weiteren Umbenennungen geben soll.

Auslöser dafür, dass sich der Ausschuss erneut mit dem Thema befasste, waren zwei vorangegangene Beschlüsse. Der Ausländerbeirat hatte im vorigen Jahr neue Namen für zwölf Straßen gefordert, darunter die Wißmann- und Dominikstraße in Bogenhausen sowie die Von-Gravenreuth-Straße in Waldtrudering.

Kein „Massenmörder“ verdiene einen Straßennamen, hieß es zur Begründung.

Dagegen befand eine Bürgerversammlung im Stadtbezirk Trudering Riem, es sei „völlig unnötig, das Thema erneut aufzugreifen“. 90 Prozent der Anwohner hätten eine Umbenennung abgelehnt. Die betroffenen Bürger „sollen nicht weiteren Schikanen ausgesetzt sein“.

Auch der Stadtrat konnte keine neuen Argumente in der alten Diskussion erkennen. Deshalb bleibt nun alles beim Alten.