Kleinhadern Giftköder am Stiftsbogen: Belohnung ausgesetzt

Achtung Hundebesitzer: Am Stiftsbogen wurden Giftköder ausgelegt! Foto: dpa

Wer ist der Hundehasser von Kleinhadern? Die Tierrechtler von Peta haben jetzt eine Belohnung von 500 Euro auf Hinweise ausgesetzt.

Kleinhadern - Am Dienstagabend hatte ein Hund am Stiftsbogen versucht, einen Giftköder zu fressen. Glücklicherweise konnte sein Herrchen den vermutlich mit Schneckenkorn, einem Ungeziefervernichtungsmittel, präparierten Brätknödel aus dem Maul des Tieres ziehen. In der näheren Umgebung waren dann noch zehn weitere Giftköder gefunden worden. Schon vor einem Jahr lag am Stiftsbogen mit Schneckengift versetztes Hackfleisch aus. „Neben der Gefährdung für Hunde und Katzen stellen mit Gift oder scharfkantigen Gegenständen gespickte Köder auch eine Gefahr für Kinder und freilebende Tiere dar“, sagt Judith Pein von Peta.

Tierfreunde fordern ein zentrales Melderegister für Giftköder

Peta fordert die Einführung eines zentralen Meldesystems für Giftköder. Durch eine Registrierung könnte die Bevölkerung frühzeitig über Köderwarnungen und Gefahrenschwerpunkte informiert werden, um Kinder und Tiere besser schützen zu können. Zugleich würde durch eine stringente Dokumentation der Fälle deutlich, wie häufig Tiere Opfer von Delikten werden. In Berlin wurde der erste amtliche Giftköderatlas eingeführt. Auf einer Website können Betroffene Giftköderfunde eintragen und sich über aktuelle Funde informieren. Um der Verbreitung von Gerüchten entgegen zu wirken, muss der Köderfund allerdings zuvor bei der Polizei gemeldet worden sein. Außerdem ist ein Attest eines Tierarztes sowie, wenn möglich, ein Foto des Köders hochzuladen.

Erste Hilfe Tipps bei Vergiftungsverdacht

Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss das Tier sofort zum Tierarzt. Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, einer gelblichen Verfärbung der Schleimhäute, blassem Zahnfleisch, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell. Der Hund sollte beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.


Die Münchner Polizei rät Hundehaltern zur Vorsicht und bittet unter der Telefonnummer 29 100 um Zeugenhinweise und Giftköder-Meldungen. Zeugen haben ebenso die Möglichkeit, sich telefonisch unter 0152 073 733 41 an die Tierrechtsorganisation Peta zu wenden.

 

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