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Kino Wann bekommt München ein echtes Edel-Kino?

Adrian Prechtel, vom 01.02.2012 10:46 Uhr
Ein Edelkino wie die Astor Filmlounge am Ku-Damm könnte auch in München stehen. Foto: azkt
Ein Edelkino wie die Astor Filmlounge am Ku-Damm könnte auch in München stehen. Foto: azkt

Filmcasino und Tivoli sind Geschichte. Geht jetzt auch die Ära des Atlantis zu Ende? Ein König des Nachtlebens überlegt die Edelkino-Option. Und ein Kino-Profi sucht ebenfalls nach einem Standort

Berlin hat es seit Dezember 2009, ab März kann man eines in Köln besuchen, noch in diesem Jahr eröffnet soetwas in Frankfurt. Und Berlin bekommt – mit der Wiedereröffnung des Zoo- Palasts – bald schon sein zweites: Weil immer mehr Kinobesucher Popcorn, Handygeklingel und Teenie-Gequatsche im Kino ablehnen, gibt es in Deutschland einen neuen Trend: das Edelkino. Bisher steht hinter allen diesen Kinolounges ein Mann, der in ganz Deutschland eine Premium-Kinokette aufziehen will: Hans-Joachim Flebbe.

In München hätte das Filmcasino – nach seiner Pleite 2010 – als Edelkino einen Neuanfang starten können. Aber der neue Eigentümer, Nachtleben-König Constantin Wahl, gab nach einem Jahr den Kinobetrieb auf. Der Kinostandort am Odeonsplatz ist jetzt ein weiteres Nachtlokal.

Mitgepokert um dieses Traditionshaus hatte auch Hans-Joachim Flebbe, ein ausgefuchster Kinobetreiber mit Ideen. Begonnen hat er mit den Schwabinger Filmkunstkinos wie Türkendolch oder Isabella. Dann brachte er die ersten Multiplexe nach Deutschland, verließ aber die Geschäftsführung der Cinemaxx-Kette 2008 und eröffnete in Berlin die Astor Film Lounge im denkmalgeschützten Filmpalast am Ku-Damm als „popcornfreie Zone”.

Als kleine Edelkino-Lösung für München betreibt er bereits die kleine Astor Cinema-Lounge im Hotel Bayerischer Hof. Aber er sucht in München weiter einen geeigneten Standort für eine große, edle Filmlounge, für die es im bürgerlichen München sicher ein großes Publikum gibt.

Mit dem Atlantis-Kino in der Schwanthalerstraße/Ecke Sonnenstraße ist wieder Bewegung in die Edelkino-Debatte gekommen. Das Kino mit zwei Tiefpaterre-Sälen gehörte bisher zur City-Kino-Gruppe, zusammen mit dem Atelier und Eldorado, die allesamt aus Berlin programmiert werden.

Der Pachtvertrag für das Atlantis wurde nicht verlängert, eine Digitalisierung für die restliche Zeit war nicht mehr lohnend. Jetzt hat sich jemand die Nutzungsrechte an den Räumen des Atlantis gesichert: Contantin Wahl. Der verspricht, die Edelkino-Option zu prüfen. Ob es diesmal besser klappt als beim Filmcasino?

Kommentare (3)
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FEB
02
12:09 Uhr, geschrieben von alex
Dreifach Bravo!
Die Liste der in München verschwundenen Kinos ist wie anderswo auch leider ellenlang! Es reicht für mehrere echte Doktorarbeiten, um die mannigfachen Gründe für das Kinosterben darzulegen! Es ist nicht nur ein Schaden für die Betreiber, die auf Schulden sitztenbleiben, es ist ideell ein Verlust an Kultur und Tradition! Nein, in München gibt es leider eh schon viel zuviel Schickimicki und Bussi-Bussi, ein Luxuskino für die "Gwappelten" ist überflüssig wie ein Kropf! Die wenigen noch verbliebenen (Programm)kinos müssen erhalten bleiben, die Stadt muß das Ihrige dafür tun! Ein Film-und Kinoliebhaber!
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FEB
01
23:32 Uhr, geschrieben von velli
lieber die alten, kleinen behalten
wir brauchen kein edelkino sondern lieber eine unterstützung für die alten, kleinen kinos. von denen sterben in münchen ja leider immer mehr ... :-(
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FEB
01
13:32 Uhr, geschrieben von Jacek
wers glaub
Aus dem Atlantis wird ein Club oder ähnliches - alles andere würde schon an ein Wunder grenzen. Warum bei der Lage ein Kino riskieren , wo ein Gastronomiebetrieb doch um ein vielfaches mehr abwerfen könnte?
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