Tausend Tonnen pulverisiert Sprengung bei Paulaner: Video und Bilder der Explosion

, aktualisiert am 15.07.2017 - 14:39 Uhr
10.55 Uhr. Der Sprengmeister zündet. Foto: Bayerische Hausbau

Münchens Stadtbild ist seit Samstag ein anderes: Der 75 Meter hohe Paulaner Kamin wurde im wahrsten Sinne des Wortes pulverisiert.

München - Sechs Wochen lief die Planung, seit Freitag haben der Sprengmeister und sein Team zehn Kilo Sprengstoff in dem 75 Meter hohen Kamin verteilt. 50 Bohrlöcher wurden dafür gebohrt. Am Samstag wurde der Ziegelturm auf dem ehemaligen Paulaner-Gelände an der Regerstraße Geschichte.

Fünf Minuten früher als geplant, um 10.55 Uhr gab es einen lauten Knall. "Wir sind da sehr preußisch", scherzte Sprengmeister Martin Hopfe aus Thüringen noch vor dem großen Ereignis über seine Pünktlichkeit. Der 64-Jährige, eigentlich gelernter Geologe, blickt auf 34 Jahre Explosionserfahrung zurück. Bei Arbeiten im Bergbau setzt er auch mal hunderte Kilo Sprengstoff an. Da brachte ihn der Münchner Kamin nicht aus der Fassung.

Vom Kamin bleiben nur Trümmer

Am Fuße des Kamins hat Hopfe einen Keil anbringen lassen, ähnlich wie beim Baumfällen. Dann zündet der Sprengmeister, wenige Sekunden vergehen, dann knickte der Bau exakt nach seinen Berechnungen auf halber Höhe. Der Turm sackte regelrecht in sich zusammen. Die beiden Teile fielen dann in Richtung Gasteig in einen aufgeschütteten Kiesdamm- rund 1000 Tonnen Ziegelstein zerbröselte. Als sich die massive Staubwolke verzieht, sind vom Kamin nurmehr Trümmer übrig.

Die Polizei hatte ein Absperrgitter errichtet. In angemessenem Sicherheitsabstand konnten dutzende Schaulustige das Spektakel erleben. Unter ihnen hat sich schon am Vormittag Joachim Müller eingefunden, gelernter Kaminbauer. Den hohen Turm kennt er in- und auswendig. Bis vor zwanzig Jahren war er für dessen Wartung verantwortlich, täglich kletterte er den Zieglbau hinauf. Müller ist gekommen, um Abschied von seinem Kamin zu nehmen: "Da wird's einem schon ein bisschen schwer ums Herz."

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