Keine U-Haft Pfaffenhofen: Geiselnehmer kommt in Psychiatrie

Polizisten einer Spezialeinheit verlassen Montag das Landratsamt in Pfaffenhofen an der Ilm. Foto: Matthias Balk/dpa

Unterbringung in einer Nervenklinik statt Untersuchungshaft - der Geiselnehmer von Pfaffenhofen ist nach Ansicht des Haftrichters seelisch krank. Auch die Staatsanwaltschaft hält den 28-Jährigen für psychisch labil. Seine Schuldfähigkeit ist fraglich.

Pfaffenhofen - Der Geiselnehmer von Pfaffenhofen an der Ilm wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Einen Tag nach dem Verbrechen in der oberbayerischen Kreisstadt ordnete der Ermittlungsrichter am Dienstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Unterbringung des mutmaßlichen Täters in der geschlossenen Abteilung einer Nervenklinik an. Zuvor war der 28-Jährige nach Polizeiangaben vom Landgerichtsarzt in Ingolstadt auf seine Schuldfähigkeit untersucht worden, die nach der Entscheidung des Gerichts fraglich ist. Die Anklagebehörde hält ihn für zumindest psychisch labil.

Der Mann hatte am Montag im Jugendamt von Pfaffenhofen eine 31 Jahre alte Sachbearbeiterin über fünf Stunden als Geisel gehalten. Er bedrohte die Frau mit einem Messer mit zehn Zentimeter langer Klinge. Am frühen Nachmittag wurde der 28-Jährige von Spezialeinheiten der Polizei mit einer Elektroschockpistole überwältigt. Das Opfer hatte beim Versuch zu fliehen Schnittverletzungen an Hals und rechter Hand erlitten. Die Frau kam nach ihrer Befreiung ins Krankenhaus.

Das Motiv der Geiselnahme ist ein Sorgerechtsstreit des Mannes um sein Kind. Der mutmaßliche Täter wollte damit erzwingen, dass seine eineinhalbjährige Tochter aus der Obhut einer Pflegefamilie zurück zur Mutter kommt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte noch am Tag der Geiselnahme angekündigt, die Sicherheitskonzepte für Behörden erneut auf den Prüfstand stellen. Dennoch sollten die Verwaltungen bürgernah bleiben, fügte er hinzu.

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