Kein Widerstand mehr Weltkulturerbe: Olympiapark soll auf die Liste

München-Symbol: Experten sprechen sich für eine Aufnahme des Olympiaparks auf die Liste der Unesco-Weltculturerbe aus. Foto: dpa

Alle Zweifel sind ausgeräumt: Der Stadtrat will beantragen, dass der Park in die Unesco-Liste aufgenommen wird.

München - Bei diesem Thema ließ es sich Alt-OB Hans-Jochen Vogel nicht nehmen, noch einmal zu seiner ehemaligen Wirkungsstätte im Rathaus zurückzukehren. Beim Stadtrats-Hearing zum Thema "Weltkulturerbe Olympiapark" nahm der 91-Jährige im großen Sitzungssaal direkt neben Bürgermeister Josef Schmid (CSU) Platz.

Grund für das Hearing: Schon länger liegen der Stadtverwaltung mehrere Anträge für eine Aufnahme des Olympiaparks auf die Unesco-Liste vor. Zuletzt machte sich der Verein "Aktion Welterbe Olympiapark" dafür stark. "Ich habe die Initiative von Anfang an unterstützt", so Vogel. Denn für ihn, der half die Münchner Spiele auf den Weg zu bringen, hat der Park immer noch eine "große historische Bedeutung".

"Der Park ist eine architektonische Besonderheit ersten Ranges, darüber muss gar nicht diskutiert werden", sagte auch Schmid. Bevor man den Prozess einer Bewerbung allerdings starten könne, seien noch einige Fragen und Bedenken zu klären. Dazu hatte sich der Stadtrat eine Reihe von Experten eingeladen. Vor allem wollte das Gremium herausfinden, wie sich der Titel "Weltkulturerbe" auf zukünftige Bau- und Erweiterungsmaßnahmen auswirken könnte. Denn Sanierungen stehen in dem Park genauso an wie Neubauprojekte. Eine neue Halle für Eishockey und Basketball ist beispielsweise schon länger im Gespräch.

Veränderungen am "lebendigen Denkmalensemble" möglich

Bedenken, dass solche Projekte künftig durch ein Mitspracherecht der Unesco ausgebremst werden könnten, versuchte Generalkonservator Mathias Pfeil vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege zu zerstreuen. Er verwies auf den ohnehin schon bestehenden Denkmal- und Ensembleschutz im Park: "Die Eintragung auf die Unesco-Liste hätte keine stärkeren Auswirkungen als der bereits bestehende Schutz", so Pfeil. Der Park sei ein "lebendiges Denkmalensemble" in dem immer wieder Veränderungen möglich seien. Ein Beispiel dafür sei die kürzlich eröffnete Gedenkstätte für die Opfer des Olympia-Attentates.

Einer weiteren Sorge des Stadtrats, dass der Weltkulturerbe-Status es schwieriger machen könnte den Olympiapark wie gewohnt für Veranstaltungen aller Art zu nutzen, widmete sich Jörn Walter. Der ehemaliger Leiter der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen steuerte Erfahrungen der Hansestadt bei. Hier stehen seit 2015 Kontorhaus, Chilehaus und Speicherstadt auf der Liste der Weltkulturerbe. "Man muss bereits im Antrag deutlich machen, dass das Erbe einen Freizeit- und Erholungscharakter hat und diesen auch gewahrt werden soll", so Walter. In Hamburg habe das gut funktioniert. Er sprach sich, wie fast alle Experten klar für eine Bewerbung der Stadt aus.

Die Argumente für eine Bewerbung hörte sich auch die Geschäftsführerin des Parks, Marion Schöne, ganz genau an – und zog eine positive Bilanz: "Einige meiner Bedenken sind mir heute genommen worden, sagt sie. "Ich glaube, dass es wichtig wäre, den Antrag zu stellen". Auch Bürgermeister Schmid zeigte sich überzeugt von den Argumenten für das Erbe.

Der Weg zum Unesco-Erbe ist lang

Sollte der Stadtrat entscheiden, den Antrag auf eine Bewerbung zu stellen, hat der Olympiapark allerdings noch einen langen Weg vor sich. Denn bevor Bewerbungen an die Unesco zum finalen Ja oder Nein gehen, entscheidet die Kultusministerkonferenz noch darüber. Deren Liste für Bewerbungen ist aber derzeit geschlossen, andere Anträge müssen erst abgearbeitet werde. Frühestens im Jahr 2023 werde man die Liste wieder öffnen. lies ein Vertreter der Konferenz den Stadtrat wissen.

An der positiven Stimmung während des Hearings änderte das allerdings nur wenig und auch Bewerbungsbefürworter Vogel zeiget sich am Ende zufrieden: "Heute gehe ich glücklich aus dem Rathaus nachhause", sagte er.

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