Kehraus am Dienstag Letztes Wochenende: Auf geht’s zum Wiesn-Endspurt

, aktualisiert am 01.10.2017 - 10:55 Uhr
Am letzten Wiesn-Wochenende ist der Münchner quasi unter sich. Foto: Tobias Hase/dpa

Bis Dienstag geht die Gaudi noch. Wir haben die schönsten Tipps zusammengestellt, wie Sie sich dort die Zeit vertreiben können.

München - Bis Dienstag noch währt der Wiesn-Wahnsinn, dann heißt’s "Aus is und gar is und schad is, dass wahr is". Aber vor dem Kehraus wird nochmal richtig gefeiert und am letzten Wiesnwochenende feiern die Münchner eher unter sich.

Es verirren sich sowieso kaum Touristen auf die Oide Wiesn, wo’s für drei Euro Eintritt immer einen Platz im Zelt oder Biergarten und Fahrgeschäfte für einen Euro gibt. Im Festzelt "Zur Schönheitskönigin" spielen die Tanngrindler Musikanten am Samstag ab 16 Uhr Wirtshausmusik, die Couplet AG ist sowieso da und Schauspielerin Gitti Walbrun hat ihr Kommen angekündigt.

Im Festzelt Tradition sind das Wochenende über bayerische Blaskapellen. Im Herzkasperl spielen am Sonntag ab 14.30 Uhr Los Pitutos und die Bläser der Münchener Philharmoniker auf. Wem dann nicht die Ohren klingen, der schaut bei der Motorradl-Show im Motodrom vorbei. Wrümmrwümm. Oder dreht noch eine schnelle Runde im Calypso.

Der Toboggan geht immer

Wer bummeln will, ohne viel Geld auszugeben, der schaut beim Toboggan am Ausgang U3/U6 vorbei. Wer’s nicht kennt: Das ist ein Förderband, auf dem es (betrunkene) Besucher einen nach dem anderen hinschlägt. Oder man kauft sich eine Karte fürs Teufelsrad und versumpft dort, weil’s eine mächtige Gaudi ist zu sehen, wie sich die Mutigen auf dem Teufelsrad halten oder eben nicht.

Nicht minder spaßig ist es, sich auf die Stufen der Bavaria zu setzen und den Blick auf das Oktoberfest-Gewusel und die schwankenden Gestalten zu genießen. Schlechte Menschen bummeln zu einem Hügel hinter dem Hofbräuzelt und gute Menschen holen Hilfe, wenn sie eine hilflose Person in einer Notsituation dort entdecken.

Diese Wiesn war nie überfüllt. So wird auch am Wochenende jeder sein Platzerl im Biergarten oder im Festzelt finden. Es ist eine geruhsame Wiesn für jeden – nur Kinderwagen sind am Wochenende und am Feiertag nicht erlaubt.
Wer Kids mitbringt, kann zum Familienplatzl in der Schaustellerstraße in den trubelfreien Biergarten gehen. Hier darf sogar die Brotzeit mitgebracht werden. Und die beste Brotzeit sind immer noch gebrannte Mandeln, oder?


Da gehen wir gerne hin: Die Tipps der AZ-Redaktion

Jasmin Menrad, Wiesn-Reporterin: Ich mag’s gern wild – ob im Karussell (Techno Power! Skater! Wellenflug! XXL Racer, hach, was werden mir diese Fahrgeschäfte fehlen) oder im Zelt. Am allerwildesten geht’s im Stehplatzbereich vom Hofbräuzelt zu (ja, den gibt es wirklich). Da tummeln sich all jene, die gerne ausschweifend tanzen, prosten und weiterziehen, wenn ihnen der Nebenmann zu zudringlich wird.

Thomas Müller, Vize-Chefredakteur: Kinder lieben Wiederholungen, auch ich mag die Wiederkehr des ewig Gleichen – gerade auf der Wiesn: Die immer gleichen Schichtl-Sprüche, das stete Scheitern am Toboggan, das antiquierte Kreiseln im Calypso, das ewige Rätsel Löwenbräu (was für ein Wiesnbier!), der Rachenputzer in Form einer scharfen Krainer, usw. Wiesn ist ein kindliches Vergnügen – und gerade deshalb so viel mehr.

Irene Kleber, Rathausreporterin: Wer mal im Zelt sitzt, ist festgeklemmt zwischen den Feierbiestern. Einen Ratsch anfangen mit dem Mensch schräg drüben am Nachbartisch? Schwer. Drum lieb ich die Stehtische in der Hofbräu Weißbieralm gegenüber vom Toboggan. Scheint die Sonne drauf, alles ratscht, lacht, feiert kreuz und quer. Wenn man Glück hat, balanciert Juniorchef Heinrich Haas Wasserflaschen auf der Nase. Schee.

Steffen Trunk, Leute-Reporter: Statt beim feuchtfröhlichen Klassentreffen permanent mit den Schönen und Reichen (und der zuagroasten C-Prominenz) am Käfer-Tisch zu sitzen, kann ich auch die urige Luxus-Atmosphäre draußen im überdachten Freisitz genießen und Leute beobachten. Man trifft immer irgendwen, der einen kennt und a Platzerl frei hat. Oft erfährt man dann erst die wirklich interessanten Geschichten.

Christoph Elzer, Vize-Chefredakteur Online: So sehr ich die Partystimmung in den Zelten liebe, ein bisschen Kontrastprogramm gehört für mich dazu. Teufelsrad, Oide, Toboggan – oder der Schichtl. 400 Mal pro Oktoberfest wird die "Enthauptung einer lebenden Person auf hell erleuchteter Bühne mittels Guillotine" zelebriert und einmal bin ich dabei. Hey Baby, Hendl, Hinrichtung – mein persönlicher Wiesn-Dreiklang.

Christoph Landsgesell, Sportchef: Mit Kleinkind ins Bierzelt? Keine gute Idee. Schon allein, weil sich meine Tochter (3) nach Minuten langweilen würde. Stattdessen hoch im Kurs: Die Münchner Rutschn, ganz analog und elektronikfrei. Oder natürlich die Karussells, am besten so oft wie möglich. Das geht am besten auf der Oidn Wiesn: Einmal Eintritt (3 Euro) zahlen, dann pro Fahrt nur noch einen Euro. Das rechnet sich.

Lesen Sie hier: Promi-Partys: Erst Zelt-Gaudi, dann After-Wiesn im Filmcasino

JETZT LESEN

0 Kommentare

Kommentieren

  1. null