Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [3.67/3]

Jürgen Jung Der Seitenwechsler

Marco Plein, vom 02.02.2012 16:13 Uhr
Von den Löwen zu den Bayern: Jürgen Jung Foto: sampics/AK
Von den Löwen zu den Bayern: Jürgen Jung Foto: sampics/AK

Jürgen Jung, bislang Jugendchef bei 1860, wechselt ausgerechnet zu den Bayern. Präsident Dieter Schneider jammert: „Ein Rückschlag für uns.“

München - Sein Vorgänger wird bis heute mit großen Namen in Verbindung gebracht. Da sind die Bender-Zwillinge, da ist Timo Gebhardt, Marcel Schäfer, und da sind viele mehr. Doch auch Jürgen Jung, der im Sommer vor drei Jahren das Amt als Jugendchef bei den Löwen vom erfolgreichen Ernst Tanner übernahm, half mit, einige Toptalente groß rauszubringen.

Man denke nur an Moritz Leitner oder Kevin Volland. Doch nach Tanner ist jetzt auch Jung weg – und die Löwen haben mal wieder ein Problem.

„Das ist ein Rückschlag für uns“, kommentiert Präsident Dieter Schneider den Abgang Jungs zum FC Bayern. „Er war ein sehr, sehr guter Mann, sehr engagiert und sehr fachkompetent. Dass er ausgerechnet zum FC Bayern geht? Na ja, wir müssen die Emotionen ausklammern.“

Ende Dezember wurde Jung von Bayerns Sportchef Christian Nerlinger angesprochen – und die Initiative des großen Rivalen von der Säbener Straße hatte ihren guten Grund. Denn in den vergangenen Jahren erlebte die einst gefeierte Bayern-Jugend einen bitteren Abstieg, der darin gipfelte, dass die U 23-Mannschaft kläglich aus der Dritten in die Regionalliga abstieg und auch dort im unteren Tabellendrittel festklebt. In der AZ hatte Jugendchef Werner Kern geklagt: „Der Vorstand findet das sehr peinlich und ist irritiert.“

Folglich wird unter dem künftigen U 23-Trainer Mehmet Scholl ein namhaftes Team für die Jugend zusammengestellt: Noch-Reserve-Keeper Hans-Jörg Butt beerbt Kern als Chef, unter Butt kümmert sich Jung künftig zusammen mit Ex-Bayern-Profi Michael Tarnat um „Kaderplanung und Entwicklung der Jugendteams“, wie er erklärt.

„Bei den Bayern habe ich einfach das Gefühl, dass alles für die Jugend getan wird und dass unter hervorragenden Bedingungen professionelles Arbeiten möglich ist.“ War das bei den Löwen etwa nicht mehr der Fall? „Das will ich nicht sagen, aber ich muss jetzt einfach an mich denken und habe mir den Schritt bestens überlegt. Die Perspektiven für meine eigene Zukunft sind bei den Bayern einfach deutlich besser.“

Löwen-Sportchef Florian Hinterberger reagiert geknickt: „Ich bedauere seine Entscheidung sehr, denn wir haben sehr gut zusammengearbeitet. Aber wenn der große FC Bayern Hilfe von den kleinen Löwen braucht, will das schon einiges heißen.“

Noch weiß Jung nicht genau, wann er an der Säbener Straße anfängt; gut möglich, dass ihn die Löwen vorzeitig freistellen. Der 36 Jahre alte Sportökonom legt bei seinem Abschied jedenfalls Wert darauf, dass er den Verein nicht – wie etwa Profi Stefan Aigner – genervt vom Führungsstreit verlässt. Auch die Etatkürzung für die U 23 von rund 1,5 Millionen um bis zu eine Million soll keine Rolle gespielt haben.

„Dass die Geschehnisse zeitlich zusammenhängen, ist Zufall“, versichert Jung. Wie auch immer: Schon bald gehört er zur Geschichte bei den Löwen – dass er ausgerechnet zum FC Bayern geht, sieht er nur bedingt als problematisch an: „Der Schritt gefällt nicht jedem, das ist mir bewusst. Aber ich hatte tolle zehn Jahre bei 1860, man sollte mich lieber positiv in Erinnerung behalten.“

Kommentare (20)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Anzeigen
FEB
17
15:31 Uhr, geschrieben von savanna
Ober schlägt Unter
Ist doch klar, dass der Ober immer den Unter schlägt ....das ist glaub allen klar ausser den noch weniger Anhängern von 1860. Jürgen Jung war der einzig kompetente Mann im Jugendberecih von 1860. Und gute Leute gehören nunmal immer zum Ober, nicht zum Unter. Zudem kann man keine gute Jugendarbeit machen wenn der Verein kein Geld hat und nicht in der Lage ist trotz größten finanziellen Spritzen wieder auf die Füße zu kommen. Ein weiterer Tiefpunkt für die Jugendabteilung von 1860. Und weit und breit keiner da, der das Chaos beseitigen kann. Schade eigentlich !
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
1
Kommentar bewerten
FEB
05
17:33 Uhr, geschrieben von fussballer
selber schuld
@quo vadis Wenn die 60er finanziell Einschnitte machen wollen bei ihrer Jugend dann hat der Jung noch immer das Recht zu beurteilen ob er noch genausogut seine Arbeit machen kann wie vorher. Er bekam bessere Perspektiven bei den Bayern und ist von sich aus gegangen. Die 60er sind da selber Schuld daran.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
1
Kommentar bewerten
FEB
03
11:47 Uhr, geschrieben von TSV 1860
Sachlich bleiben
Was hat den der Jung Böses getan? Nichts! Er hat nur den Arbeitgeber gewechselt! Das ganze Geschwafel von "einmal Löwe, immer Löwe" , "blauer Seele" usw ist doch alles ein Schmarrn. Er war Angestelletes dieses Vereinsund nicht mehr. Er darf deshalb immer noch frei denken und handeln. Außerdem sollte doch jeder wissen, bevor er hier seinen seichten Schmarrn zum Besten gibt dass Jürgen Jung bis einschließlich A - Jugend beim FC Bayern spielte. Er ist also wieder zu seinen Wurzeln zurück gekehrt - und darum heulen hier manche so herum. Kann mich nicht erinnern das beim damaligen Wechsel auch schon so ein Trara war. Also schön auf dem Boden und sachlich bleiben!
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
36
Kommentar bewerten
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  7
nächste
Rasen unterm Hammer
Bilder Rund 200 Löwen-Fans bieten bis zu 300 Euro fürs Inventar des traditionsreichen Grünwalder Stadions. Mit dem Geld soll eine Skulptur finanziert werden.
 
Rösler macht Schluss: Draußen ist die Hölle
[Kommentare 14] Warum Düsseldorfs streitbarer Torjäger Sascha Rösler, einst beim TSV 1860 gescheitert, seine Karriere mit 34 beendet
Die AZ-Sport-Bilder
mehr Bilder mehr Bilder
Anzeige
Anzeigen & Verlagsbeilagen zum Durchklicken
 
Interaktiv
  • Umfrage
Finale dahoam Szenen

Finale valaon! Können die Bayern nach dem Scheitern in der Champions League dennoch zufrieden sein mit der Saisonbilanz?

 
Nein. Eine Saison ohne einen einzigen Bayern-Titel ist einfach nichts!
Ja. Zweiter in der Meisterschaft und jeweils Vize in den Pokalen ist doch auch nicht schlecht.
Was soll die Frage? Nach dem Schock vom Samstagabend muss ich mich erstmal fangen.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
  • Neueste Artikel
  • Facebook
  • Twitter