Jobs im Zeichen der Digitalisierung Arbeitsmarkt im Wandel: Das erwartet Arbeitnehmer heute

Der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Foto: Daniel Ernst (fotalia.com #47144560)

Der Arbeitsmarkt ist im Wandel – das spüren Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Die Anforderungen haben sich auf beiden Seiten stark verändert und sowohl Jobsuchende als auch Unternehmen, die auf der Suche nach dem passenden Mitarbeiter sind, müssen sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Das können Arbeitnehmer heute von ihrem Job erwarten.

München -  Wer sich heute auf die Suche nach einer neuen Arbeit macht, muss deutlich mehr Hürden meistern als dies noch vor zehn Jahren der Fall war. Der Arbeitsmarkt hat sich verändert. Es fehlen zahlreiche Arbeitsplätze, gleichzeitig beklagen viele Unternehmen aber den stetig wachsenden Mangel an qualifizierten Führungskräften.

Schon Auszubildende müssen sich heute sehr genau überlegen, in welche Richtung ihre Berufswahl gehen soll, denn während in manchen Branchen chronischer Mangel an Ausbildungsplätzen herrscht, suchen die Unternehmen in anderen Bereichen händeringend nach engagierten Azubis zur Unterstützung ihres Teams.

Im Zuge der Umgestaltung des Arbeitsmarktes haben Jobagenturen Hochkonjunktur, denn kaum eine Dienstleistung ist heute so gefragt wie die Zusammenführung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

 

Die Digitalisierung als Zeichen der Zeit

 

Bei der Frage nach den Gründen für den gravierenden Wandel des Arbeitsmarktes fällt immer wieder das Stichwort der Digitalisierung. Die immer globaler ausgerichtete und infolgedessen immer stärker vernetzte Arbeitswelt hat die Ansprüche, denen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gegenübersehen, ganz neu definiert. Ein Großteil aller Erwerbstätigkeiten funktioniert heute teilweise oder sogar größtenteils digital. Das stellt Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen vor eine große Herausforderung, denn heute gilt es, Grenzen zu überschreiten und Lücken zu schließen, die es noch vor einem oder zwei Jahrzehnten nicht gab.

Wie eine aktuelle Trendstudie von Stepstone ergeben hat, verbringen etwa zwei Drittel aller Arbeitnehmer heute zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit am Computer. Viele Tätigkeitsfelder sind ohne digitale Unterstützung inzwischen nicht mehr möglich.


 Die Globalisierung hat den Arbeitsmarkt gravierend verändert. Foto: geralt (CC0 1.0 – pixabay.com)

 

Vor allem Fach- und Führungskräfte sind von der zunehmenden Digitalisierung betroffen. Ihr Arbeitsalltag ist merklich komplexer geworden und die Globalisierung vieler Branchen führt dazu, dass immer umfangreichere Kompetenzen im Bereich moderne Medien und digitale Arbeitsmittel erforderlich werden. Das Berufsbild hat sich dementsprechend vielerorts stark verändert. Die Digitalisierung ist ein Zeichen unserer Zeit, das sich nicht mehr rückgängig machen lässt und auf das Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen reagieren müssen.

Das digitale Zeitalter bringt schließlich nicht nur zusätzliche Verpflichtungen sondern auch eine ganze Welt neuer Möglichkeiten mit sich. Der Trend entfernt sich immer mehr vom klassischen Büroarbeitsplatz. Die Zukunft gehört dem flexiblen Arbeiten auf Reisen, im Homeoffice oder an verschiedenen Unternehmensstandorten. Durch ein höheres Maß an Flexibilität verschwimmen aber auch die Grenzen. In einer globalen Arbeitswelt müssen Bürozeiten an die Anforderungen von Geschäftspartnern und Kunden angepasst werden. Nie gab es so viele verschiedene Arbeitszeitmodelle wie heute. Der klassische Acht-Stunden-Tag gehört vielfach der Vergangenheit an. Damit ist selbst das Arbeitszeitgesetz nicht mehr problemlos auf alle Bereiche anwendbar und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird mittelfristig verschiedene Anpassungen vornehmen müssen, um mit den Anforderungen des modernen Arbeitsmarktes Schritt zu halten.

 

Kernkompetenzen und Arbeitsbedingungen auf dem neuen Arbeitsmarkt

 

Besonders deutlich wird der Wandel des Arbeitsmarktes bei einem Blick auf die modernen Kernkompetenzen und Arbeitsbedingungen. Vor allem Fach- und Führungskräfte sehen sich zunehmend größeren Anforderungen gegenüber. So ist als Folge der zunehmenden Globalisierung beispielsweise die Reisetätigkeit in vielen Branchen stark gestiegen. Wie die Trendstudie von Stepstone zeigt, verbringt eine durchschnittliche Führungskraft heute 17 Tage pro Arbeitsjahr auf Reisen für den Arbeitgeber. Der Trend ist Expertenmeinungen zufolge eher steigend und Reisetätigkeit wird je nach Position und Branche in den nächsten Jahren zunehmen.

Auch die Komplexität der einzelnen Arbeitsbereiche hat stark zugenommen. Das führt dazu, dass immer mehr Arbeitsschritte in immer kürzeren Zeitfenstern erledigt werden müssen. Das Tempo im Arbeitsalltag hat grundsätzlich zugenommen. Das erfordert auf Seiten des Arbeitnehmers eine erhöhte Leistungsbereitschaft gepaart mit mehr Flexibilität im Hinblick auf Arbeitszeiten. Die moderne Führungskraft muss dem Unternehmen auch außerhalb des Acht-Stunden-Tages zur Verfügung stehen. Die Belastung im Arbeitsalltag nimmt dadurch stark zu. Einen Ausgleich können Arbeitgeber durch flexiblere Arbeitszeitmodelle und eine Verlagerung ins Home Office schaffen. Die Möglichkeiten dazu schaffen moderne Kommunikationsmedien und eine grundlegend neu gestaltete Einstellung zu einzelnen Arbeitsbereichen.


Der neue Arbeitsmarkt bringt andere Kernkompetenzen mit sich. Foto: XtravaganT (fotalia.com #38796837)

 

Neben den Anforderungen an persönliches Engagement und Leistungsfähigkeit hat der Arbeitsmarkt auch im Hinblick auf Kernkompetenzen neue Weichen gestellt. Der moderne Arbeitnehmer muss zahlreiche neue Fähigkeiten mitbringen, wenn er sich für Unternehmen interessant machen möchte. An erster Stelle stehen dabei Kompetenzen, die die zunehmende Globalisierung erforderlich macht.

Der souveräne Umgang mit digitalen Medien und Kommunikationsmitteln ist für viele Berufsbilder unverzichtbar geworden. Wer sich auf diesem Parkett nicht sicher bewegt, wird meist nicht einmal mehr zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Auch Fremdsprachenkenntnisse sind verstärkt in den Fokus des Interesses gerückt. Vor allem Arbeitnehmer, deren Tätigkeit einen hohen Reiseanteil beinhaltet, sollten auf diesem Gebiet einiges vorzuweisen haben, wenn sie sich für einen Arbeitgeber interessant machen möchten. Aber auch für die Kommunikation per E-Mail oder am Telefon werden zunehmend gute Fremdsprachenkenntnisse benötigt. Neben Englisch als universelle Business-Sprache sind auch weitere Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch und asiatische Sprachen sehr gefragt.

 

Ansprüche der Arbeitnehmer steigen

 

Der moderne Arbeitnehmer muss einiges mitbringen, wenn er auf dem Arbeitsmarkt von morgen Fuß fassen möchte. Das bedeutet aber nicht, dass nur die Ansprüche der Arbeitgeber gestiegen sind. Auch Arbeitnehmer kennen heute ihren Marktwerkt und wissen, dass sie für ihre Leistung einiges verlangen können. Besonders viel Wert legen Arbeitnehmer heute auf gute Aufstiegschancen im Beruf. Sie möchten individuell gefördert und bei ihrer Karriereplanung begleitet werden. Ein umfangreiches Angebot an Weiterbildungen gehört heute zu den Mindestanforderungen, die ein Angestellter an das Unternehmen seiner Wahl stellt. Solche Faktoren sind vor allem Fach- und Führungskräften in der Regel noch wichtiger als eine leistungsgerechte Entlohnung und ein ausreichender Freizeitausgleich. Vor allem studierte und anderweitig hoch qualifizierte Fachkräfte kennen ihren Marktwert sehr genau und sind auch bei Gehaltsverhandlungen durchaus bereit, hoch zu pokern.

Unternehmen geraten dadurch zunehmend in die Pflicht, nicht mehr nur die reine Arbeitskraft eines Angestellten zu berücksichtigen, sondern ihn als Person wahrzunehmen, die individuelle Ansprüche hat. Das neue Anspruchsdenken des Arbeitnehmers von heute ist die logische Folge seiner gewachsenen Kompetenzen und des Selbstverständnisses, das der veränderte Arbeitsmarkt mit sich bringt.

 

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