Jetzt spricht der Abwehrchef Abdoulaye Ba: "Unser Leben geben!"

Neuzugang und gleich Boss der 1860-Defensive: Abdoulaye Ba. Foto: imago/Sven Simon

Abdoulaye Ba, der neue Abwehrchef von 1860, spricht hier über den Abstiegskampf und seine Zukunft bei den Löwen: "Ich würde mich freuen".

München - Seine 1,97 Meter überragen den Rest fast immer. Die langen Arme und Beine sind gefühlt annähernd so dünn wie seine Rasta-Locken, und doch ist auch auf dem Platz seine Leistung meist überragend: Abdoulaye Ba, 27-jähriger Verteidiger der Löwen und im Nu zum neuen Abwehrchef geworden, ist nicht nur bester Winter-Neuzugang seit langer Zeit, er hat auch große Ziele.

"Ich möchte ein Teil der Geschichte sein, 1860 endlich wieder in die Bundesliga zu bringen", sagt Ba der AZ. Aber: In Zeiten großer Bedrängnis stellt er seine Ambitionen zurück – und warnt.

Es wird kein Selbstläufer

"Wir haben noch fünf Spiele", erklärt der Abwehr-Riese vor dem nächsten Abstiegsfinale am 29. Spieltag am Freitag beim 1. FC Kaiserslautern (18.30 Uhr, live bei Sky). Ba weiß: kein Selbstläufer. "Wir dürfen nicht sagen, wir schießen uns jetzt ganz locker aus dem Keller. Jedes Spiel wird noch wichtig sein, nicht nur die nächsten ein oder zwei", so der Senegalese.

Seine Ansage voller Pathos: "Wir müssen in jedem Spiel unser Leben geben!" Alles oder nichts – "do or die" eben. Der Neulöwe weiß auch, dass solche Duelle noch blühen können: "Es ist wahnsinnig eng im Tabellenkeller. Wir müssen alles geben, und zwar in jedem Spiel – ob es fünf sind, oder inklusive Relegation sieben." Gekommen, um aufzusteigen, spricht Ba jetzt nicht von Auf-, sondern Abstiegsspielen.

Zum ersten Mal Abstiegskampf

Weise Worte der Warnung für einen, der bisher keine Erfahrungen im Abstiegskampf sammeln konnte. Vielmehr musste. "Es ist für mich das erste Mal", führt der Leihspieler vom FC Porto aus, "in Porto oder Guimaraes hatte ich nie so eine Situation. Aber so ist Fußball. Wir dürfen jetzt nicht unsere ganze Arbeit der letzten Wochen und Monate zerstören, wie wir es zum Beispiel durch die Tore gegen Stuttgart und Sandhausen getan haben."

Zwei späte Treffer, die den TSV 1860 jeweils zwei wertvolle Punkte im XXL-Abstiegskampf der halben Liga kosteten. Zu Pereiras Aussage, dass die Sechzger gegen Sandhausen mit Angst in ihren Köpfen agiert hätten, sagt er: "Ein Fußballprofi hat immer Druck. Jetzt ist der Druck noch größer, weil wir nur knapp vor dem Abgrund stehen. Aber was man im Abstiegskampf zu tun hat, ist dasselbe wie wenn wir um einen Titel spielen würden." Negativität helfe da nicht weiter, stattdessen müsse man mit "voller Konzentration" und "ohne Angst" agieren, "an sich selbst glauben", in jeder Partie "bis zur letzten Minute kämpfen". Dabei verpflichte auch das Wappentier: "Wir haben einen Löwen auf dem Trikot. Und wir müssen kämpfen wie Löwen."

Ich bin Abdoulaye

Dabei ist Ba, wie eingangs erwähnt, seit seiner Ankunft ein Garant, dass die Sechzger nicht noch tiefer im Schlamassel stecken. Elf Einsätze, jeder davon über 90 Minuten, zwei Treffer bei den wichtigen Siegen gegen Nürnberg (2:0) und Würzburger Kickers (2:1). "Ich bin froh, dass ich bisher helfen konnte", sagt er, "aber ich will mehr." Deshalb stecke sich der vielgereiste Senegalese "hohe Ziele".

Er sei kein Sergio Ramos, kein Fabio Cannavaro, "sondern Abdoulaye", so Ba über zwei Top-Asse seiner Zunft: "Ich setze mir meine eigenen Ziele und will mich immer verbessern, meine Erfahrung hier einbringen."

Vertragsgespräche nach der Saison

Auch über die Saison hinaus? "Ich würde mich sehr freuen, wenn ich bleiben würde." Das müsse allerdings 1860 entscheiden und die Kaufoption ziehen. "Daran denke ich erst, wenn die Saison fertig ist." Nicht, dass seine Ziele sonst eine Liga weiter entfernt liegen.

Lesen Sie auch: 1860-Routinier warnt vor Abstieg - Olic: "Alle hier wissen, dass es fünf vor zwölf ist"

  • Bewertung
    20

JETZT LESEN

Auch interessant

8 Kommentare

Kommentieren

  1. null