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Jägerstreit Hirsche sollen massenweise abgeknallt werden

T. Gautier , vom 13.12.2011 16:21 Uhr
Der König der Wälder: der heimische Rothirsch. Foto: Martha Schlüter
Der König der Wälder: der heimische Rothirsch. Foto: Martha Schlüter

Ein Großgrundbesitzer aus dem Allgäu will Hirsche im Wintergehege abschießen - sie fressen ihm den wald kaputt. Manche Wildhüter werden fuchsteufelswild.

Sonthofen - Seit Wochen fressen ihm die Hirsche den Wald kaputt. Sie nagen an jungen Bäumen und rupfen die Rinden älterer Bäume ab. Wenn es so weiter geht, werden die Schäden zu groß.

Deshalb wird’s jetzt Zeit für eine Jagd, meint ein Großgrundbesitzer aus der Nähe von Sonthofen im Oberallgäu. Wie praktisch, dass das Rotwild nicht irgendwo in den Wäldern herumläuft, sondern meist in seinem mehrere Hektar großen Wintergatter steht. Dort liegt jede Menge Futter für die Hirsche, Alttiere und Kälber.

Wer sie schießen will, braucht nur das Gewehr hinzuhalten und abzudrücken. Wie gesagt, eigentlich ganz praktisch. Dieser Plan bringt aber den Rest der Jägerzunft zur Raserei. Der Allgäuer Großgrundbesitzer hat zwar noch nicht einmal einen Antrag bei der der Unteren Jagdbehörde gestellt, doch schon jetzt werden manche Wildhüter – ja – fuchsteufelswild.

Die Ballerei am Gatter – ein Sakrileg, schimpft zum Beispiel der Chef der Bayerischen Jagdverbands (BJV), Jürgen Vocke: „Die Tiere in das Gatter zu locken und dort zur Strecke zu bringen, hat nichts mit Jagd tun, sondern ist bloßes Abschlachten des Königs der Wälder.“ Gatter seien zur Fütterung da – und keine „Schlachtbank“.

Auch der Chef des Ausschusses Hochwild im BJV, Anton Krinner, ist dagegen: „Zunächst einmal ist der Abschuss in Wintergattern streng verboten“, sagt Krinner der AZ. Und dieses Verbot läge „zu neunzig Prozent“ an ethischen und tierschutzrechtlichen Bedenken.

„Können Sie sich vorstellen, was da los ist, wenn man auf 150 eingesperrte Hirsche schießt“, fragt Krinner. „Das ist ein Strampeln und Zampeln, das ist Panik pur. Furchtbar. Das ist so, als ob man eine Schlachtung direkt im Stall durchführt.“ Die Jagdbehörde soll deshalb auf keinen Fall den Plan erlauben. Krinner: „Wenn wir diese Tür aufstoßen, kriegen wir die nicht mehr zu.“ Und dann würde die Jagd bald nur noch zum Massaker, so Krinner. „Das wäre nur noch bloße Verrohung.

 

Kommentare (7)
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DEZ
16
11:27 Uhr, geschrieben von A.Hausner
Die Wahrheit
In gewinnmaximierten Holzanbaugebieten (Wälder gab es früher mal) kann es kein lebensrecht für Wild geben. Der moderne Mensch, die "Krönung der Schöpung" kann es sich nicht mehr leisten, dass er Wildtiere (wer braucht die eigentlich?) an seinem Gewinn knabern lässt. Auf jagd- und tierschutzrechtliche Normen kann dabei selbstverständlich keine Rücksicht genommen werden. Versuche, die Schädlingsbekämpfung ökologisch zu begründen, sollten künftig besser unterbleiben.
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DEZ
15
16:48 Uhr, geschrieben von Blank Thomas
Naturschädling - Hobbyjäger
Zitat: “ Und dann würde die Jagd bald nur noch zum Massaker, so Krinner. „Das wäre nur noch bloße Verrohung. Was bitteschön ist denn dann eine Treibjagd? Über Jahre gut füttern und sich dann wundern wenn zuviel Wild da ist! Immer wieder das Gleiche. So sorgt also mal wieder der Jäger und Großgrundbesitzer für das "Gleichgewischt" in der Natur. Na klasse! Was machen wir jetzt? Auf jeden fall viel Geld verdienen bei all dem was da sterben soll ;-) Darauf kommt's doch an! Die heutigen Wälder sind zu einem Open-Air Zucht- und Schlachtbetrieb verkommen. Dann aber von Hege, Pflege und Naturschutz reden. Die Hobbyschießer versuchen sich zwar hier als echte Jäger darzustellen, aber unterm Strich kommt es auf's Gleiche raus. Denn anders werden die Tiere am Futterplatz (Kirrung) vor dem Hochsitz abgenallt. Der meiste alte Jägeropa fährt dann noch mit dem Geländewagen bis an den Hochsitz. Wirklich heldenhaft ist das auch nicht gerade. Die Überpopulationen vom Wild ist ein durch Jäger und deren unsachgemäße Bejagung verursachtes Problem! Dieses Problem ist keinesfalls durch eine verstärkte und unsachgemäße Hobby- und Spaßjagd in den Griff zu bekommen. Beispiel Wildschweine: Die Jäger füttern die Wildschweine in Wald und Feld, um diese anzulocken und im Revier zu halten. Hier kommt ein fataler Mechanismus in Gang: Durch die Fütterungen setzt die natürliche Selektion in den Wildschweinrotten aus. Normalerweise – eben ohne die Fütterungen – bekommt eine Bache einmal jährlich ca. 4-5 Junge. Von diesen Frischlingen überleben in der Regel 2-3, Schwache und Kranke werden durch die Natur selektiert. Doch durch das Nahrungsangebot überleben oft auch die Schwachen und Kranken; die Bache wirft mehr als einmal im Jahr Junge. Die Population steigt! In einer Wildschweinrotte wird nur die Leitbache durch den Keiler gedeckt. Oft schießen Jäger eben die Leitbache ab und somit gerät das soziale Gefüge der Rotte durcheinander: der Keiler deckt nun alle Sauen – die Population steigt dramatisch! Das Resultat: Durch die beschriebenen Jagd- und Fütterungs-methoden steigt die Zahl der Wildscheine um das 5 bis 8-fache an! Selbst die milden Winter, die oft mit der steigenden Zahl der Wildschweine in Verbindung gebracht werden, haben keinesfalls diese Auswirkungen. Wildbiologen und Experten warnen schon lange vor dieser Entwicklung! Selbst Deutschlands größte Jagdzeitschrift „Wild und Hund“ führt folgende Schlagzeile auf dem Titel (22/2008): „Sauen-Schwemme hausgemacht“. In diesem Beitrag wird u.a. der Sachverhalt des Leitbachenabschusses beklagt. Der Autor stellt fest, dass durch den Abschuss einer Leitbache die Population sich innerhalb vier Monaten um 100 % erhöhen kann. Auch in anderen Ländern/Inseln der Welt gibt es ähnliche Probleme. Doch denkt ihr auf Galapagos zum Beispiel werden die verwilderten Ziegen und Sauen mit Tonnen von Futter angelockt? Die Wildforschungsstelle Aulendorf ermittelte, dass allein in Baden-Württembergs jährlich 4000 Tonnen Mais als „Kirrung“ ausgebracht werden – das sind für ein erlegtes Wildschwein im Schnitt etwa 100 Kilo (!) Mais - in manchen Revieren sogar über 400 Kilo! Dann aber alles auf die eicheln und Buchecker schieben. Die gab es Tausende von Jahren schon. Eigentlich sind es immer weniger, da ja in Massen große Buchen gefällt werden für die Holzindustrie und das gab es früher NICHT! Hinzu kommt die Fütterung mit Kraftfutter im Winter (auch für die Hirsche), die noch mal in ähnlicher Größenordnung liegen dürfte – und die viele illegalen Fütterungen mit Broten, Brötschen und Schlachtabfällen. Das Problem sind auch unsere alten möchtegern "Jäger". Die ohne Futter, ohne Geländewagen im Wald, ohne Hochsitz und elektische Hilfsmittel wie Wilduhren, Futterautomaten und Wildkameras aufgeschmissen sind. Das Durchschnittsalter der deutschen Jäger liegt bei weit über 50 Jahren (Quelle: Deutsche Jagdzeitung), in vielen Gegenden gar bei 57 oder 58 Jahren. Jäger über 70, oder gar 80 Jahre sind keine Seltenheit. Hobbyjäger finanzieren ihre Pachten/Jagden durch das Wildbret. Jäger haben also somit ein Interesse möglichst viel Wild im Revier zu haben. Welchem Hobbyjäger macht das Hobby noch Spaß, wenn er kaum noch Wild im Wald hat? Auch Gastjäger zahlen gutes Geld für eine Sau schießen zu kommen. Ein Gastjäger käme wohl nicht mehr, wenn er umsonst die ganze Nacht im Hochsitz sitzt. Man macht hier den Bock zum Gärtner. Je mehr Jäger es gibt, je mehr Wild wird es geben. ES MACHT SICH KEINER SEIN HOBBY KAPUTT !!
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DEZ
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09:52 Uhr, geschrieben von Antonietta
gegen die Jagd !!!
- Die Jagd schadet dem Gleichgewicht der Natur - Durch die Jagd steigt die Überpopulation der Wildscheine & andere Waldtiere immer weiter: - Familienverbände werden auseinandergerissen, worauf die Wildschweine mit vermehrter Fortpflanzung reagieren - Durch das Ausstreuen von Futter werden die Waldtiere angeregt sich noch mehr zu vermehren - Die Bejagung des Fuchses führt zur Flucht und damit zur Ausbreitung von Tollwut - Alle wesentlichen von der Jägerschaft genannten Gründe für die Jagd sind heute wissenschaftlich widerlegt - Der Jagd fallen jährlich zusätzlich ca. 400.000 Katzen und ca. 65.000 Hunde zum Opfer
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