Isarvorstadt "Hungriges Herz": Vom Rasen zum Tresen

Andi Neumeyer (l.) und Ramazan Akgül haben sich auf dem Fußballplatz kennengelernt. Jetzt betreiben sie das "Hungrige Herz". Foto: Sebastian Gabriel

Der eine FC Bayern, der andere 1860: Zwei ehemalige Erzfeinde backen jetzt im „Hungrigen Herz” gemeinsam Pizza.

In der Jugend standen sich die beiden noch als Kontrahenten auf dem Fußballplatz gegenüber – der eine im Löwentrikot, der andere in dem von Bayern München. Mittlerweile jedoch tragen Andi Neumeyer (28) und Ramazan Akgül (26) ihre Konkurrenz nur noch auf der Frühstückskarte aus: Dort wetteifern ein „Strammer Andi” und ein „Strammer Rama” um Bestellungen, der eine mit Parmaschinken, der andere mit Emmentaler.

Neumeyer und Akgül haben vor gut zwei Jahren gemeinsam das „Hungrige Herz” in der Fraunhoferstraße übernommen. Abseits des Rasens verstanden sich die beiden nämlich ziemlich gut. Sie begruben den Traum von einer Profikarriere, bauten den ehemaligen Feinkostladen am Rand des Glockenbachviertels zu einem Café aus – und seit ein paar Wochen kann man dort sogar bis spätabends warm essen.

Zu den Spezialitäten des Hauses gehört die viereckige Pizza. Die kann man ganz nach Wunsch belegen und, wenn man will, für 25 Euro sogar in Meterlänge bestellen. Zur Auswahl stehen Zutaten wie Zucchini, Sardellen oder das selbst gemachte Basilikumpesto, das intensiv nach Meer schmeckt.

Richtig voll wird es im „Hungrigen Herz” am Wochenende. Bis 16 Uhr lockt die Frühstückskarte dann mit einem reichhaltigen Angebot (3,60 bis 11,90 Euro). Vom süßen Croissant bis zum herzhaften Blauschimmelkäse ist alles zu haben. Zu empfehlen ist dazu etwa der heiße Hollunder mit frischem Ingwer (3,60 Euro) oder ein Stück vom vorzüglichen Käsekuchen (3,20 Euro), für das mancher Gast sich angeblich extra aus Schwabing auf den Weg macht.

Am Wochenende kommen auch gerne die alten Fußballkumpels vorbei. Die halbe Mannschaft der SpVgg Unterhaching ist Stammgast. Und gelegentlich holt sich auch Bayern-Profi Bastian Schweinsteiger einen Eistee. Doch trotz der hohen Kickerquote wirkt das „Hungrige Herz” geradezu romantisch-verspielt. Neben dem Namen haben Neumeyer und Akgül vom Vormieter nämlich auch einen Teil der Einrichtung übernommen.

Man kann sich in die rot gepolsterten Fensternischen setzen oder an einem der langen Holztische Platz nehmen. Innen ist schon fast alles, wie es sein soll. Nur von außen wirkt das „Hungrige Herz” noch ein bisschen unscheinbar. „Wir müssen noch was an der Beleuchtung machen”, sagt Neumeyer. Muss ja nicht gleich ein Fluchtlicht sein. Mit dem Fußball haben die beiden schließlich abgeschlossen.

Fraunhoferstraße 42, So – Do 8.30 – 22.30 Uhr, Fr/Sa 8.30 – 23 Uhr, Tel. 120 73 863

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