Am Goetheplatz will ein 48-Jähriger vorbestrafter Junkie eine Bank ausrauben. Doch die Sache geht gründlich daneben.

MÜNCHEN - Zwei Jahre sechs Monate Haft für eine Schnapsidee. Weil er am 13. April versucht hat, eine Bank zu überfallen, muss der vorbestrafte Junkie Josef B. (48) wegen versuchter räuberischer Erpressung und Diebstahl wieder hinter Gitter. Der Mann hatte an diesem Tag in Bayreuth seinen Drogenentzug beendet, räumte sein Zimmer in der Therapie-WG. Geheilt aber war er ganz offensichtlich nicht. Denn er hatte nichts Eiligeres zu tun, als sich sofort mit Bier, Wodka und vielen, vielen Tranquilizern zu betäuben.

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In diesem Zustand in München angekommen, stahl er zunächst Kleidung im Wert von 287 Euro aus einem Kaufhaus. Dann beschloss er, eine Bank auszurauben. Was gründlich schiefging. Josef B. stellte sich in einer Bank am Goetheplatz brav in die Schlange vor einem Schalter. Als er an die Reihe kam, forderte er die Angestellte auf: „Geben Sie mir jetzt alles Geld, das Sie haben!“ Doch er wird missverstanden. „Ja gerne. Ihre Kontonummer bitte?“, fragte Bankangestellte Christine J. (56), die von einer Abhebung ausging. „Das ist ein Überfall!“, erklärt der Möchtegern-Bankräuber und steckt eine Hand in eine Jackentasche. So als hielte er eine Waffe.

Christine J., vor Gericht: „Ich bin sehr erschrocken.“ Aber sie reagierte cool: „Ich habe sie jetzt nicht richtig verstanden!“ Und ließ ihn abblitzen. Der entnervte Josef B. gab auf. Und ging ruhigen Schrittes aus der Bank. Kurz darauf wird er geschnappt, kommt in U-Haft. Eine gewohnte Umgebung für ihn. Zehn Jahre seines Lebens saß er bereits hinter Gittern. Jetzt kommen weitere zweieinhalb Jahre dazu.