Isarphilharmonie Synergien und Misstöne

Die alte Philharmonie im Gasteig oben – die potenzielle Isarphilharmonie unten in der alten Kongresshalle. Foto: Martha Schlüter

Die Landtagsopposition grummelt - sonst zeichnet sich eine breite Zustimmung für eine Isarphilharmonie am Deutschen Museum ab.

MÜNCHEN Lange war er der schärfste Kritiker eines Konzertsaal-Neubaus. Doch der Vorschlag des Kunstministers Wolfgang Heubisch, an der Stelle des leerstehenden Kongresssaal des Deutschen Museums einen Neubau zu wagen, beeindruckt selbst Christian Ude. Er würde „diesem Nazi-Bau keine Träne nachweinen“, wird der Oberbürgermeister zitiert. Wenn das Deutsche Museum einverstanden sei, „ist das ohne Frage ein guter Standort“. Sollte das Projekt verwirklicht werden, wünsche er sich einen „prominenten Architekturauftritt“.

Das Deutsche Museum kann offenbar damit leben, das inhaltlich bisher kaum gefüllte „Forum der Zukunft“ durch eine Isarphilharmonie zu ersetzen. TU-Präsident und Museums-Verwaltungsratschef Wolfgang Herrmann sprach von einer „einmaligen Chance, Technik und Musik als kreatives Element miteinander zu verbinden“. Der Vorschlag verspreche „viele Synergien“.

Ein wenig kleinkariert reagierte die Landtags-Opposition. Die Fraktionen von SPD, Grünen und Freien Wählern kritisierten das Vorgehen Heubischs heftig. „Wir sind empört, dass die Planung des Ministers, den Konzertsaal auf der Museumsinsel bauen zu lassen, völlig am Kulturausschuss vorbei ging“, machten sie ihrem Ärger in einer gemeinsamen Mitteilung Luft. „Es kann nicht sein, dass die CSU-FDP-Regierung ständig meint, den Landtag in ihren Entscheidungen ignorieren zu können“, hieß es weiter.

Die kulturpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Julika Sandt, sagte, dass die Opposition anscheinend „keinerlei Kenntnis der parlamentarischen Gepflogenheiten“ besitze. Ansonsten müsse sie wissen, dass die Regierung dem Landtag einen oder mehrere Vorschläge vorlege. Gegenwärtig gebe es aber weder eine Kabinettsvorlage noch einen Kabinettsbeschluss.

Heubisch warnte vor verfrühter Euphorie. „Wir stehen noch ganz am Anfang eines Prozesses.“ Er lade auch die Opposition „ganz herzlich“ ein, sich an einer breiten Diskussion zu beteiligen. Nur mit starkem bürgerschaftlichen Engagement werde sich die Vision eines erstklassigen Konzertsaals für München verwirklichen lassen. Die Empfehlungen seien eine „sehr gute Grundlage für die Diskussion“.

 

 

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