Isabell Zacharias von der SPD kandidiert im selben Stimmkreis wie Ludwig Spaenle. „Das ist doch sexy“, verkündet die 47-Jährige selbstbewusst. „Ich habe aber nur einen Gegner.“

München -  Zielstrebig steuert sie auf den abgewetzten schwarzen Ledersessel im Café Ringelnatz zu, lässt sich hineinfallen und legt los: „Der ist wie die CSU. Er muss ausgetauscht werden.“ Hier ist das Revier von Isabell Zacharias. Als Politneuling sorgte die SPD-Landtagsabgeordnete 2008 in Schwabing fast für eine Sensation. Ganze 725 Stimmen fehlten ihr, um CSU-Lokalmatador Ludwig Spaenle zu schlagen und seinen Stimmkreis zu erobern.

Nirgendwo sonst wird es so spannend werden wie im Stimmkreis 108 München- Schwabing. Hier treten gleich zwei Minister, eine Spitzenkandidatin und Isabell Zacharias gegeneinander an.
„Das ist doch sexy“, verkündet die 47-Jährige selbstbewusst. „Ich habe aber nur einen Gegner.“ Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch ignoriert sie. „Der spielt keine Rolle. Die FDP schafft es eh nicht mehr in den Landtag.“ Mit Margarete Bause von den Grünen verbindet sie eine Freundschaft: „Wir werden uns nicht gegenseitig behindern.“ Zacharias sucht den Zweikampf mit Ludwig Spaenle. In Schwabing sind sie Nachbarn. Die Bildungsexpertin der SPD gegen den bayerischen Schulminister. „Beim Thema Bildung hat er keine Antworten gegeben“, greift sie an. „Beim G8 doktert er herum. Der Bub muss sich warm anziehen.“ Bildung ist ihre Domäne. Als Elternbeiratsvorsitzende der Haimhauserschule hat sie im Ringelnatz ihre Versammlungen abgehalten. Als Chefin des Bayerischen Elternverbandes ging sie vor vier Jahren in die Politik.

Doch Spaenle will ihr das Feld im AZ-Café nicht überlassen. Der Schulminister kommt nochmal auf einen Sprung vorbei. „Mir haben 2008 sogar SPD-Wähler ihre Erststimme gegeben“, wehrt er Zacharias ab. Ihre Angriffe kontert er. „Das ist doch nur Pfeifen im Wald." Die SPD-Landtagsabgeordnete nimmt's sportlich: „Spaenle hatte beim letzten Mal schon ein paar schlaflose Nächte. Diesmal werden es noch ein paar mehr.“