„Ich habe mir den Namen der Straße leider nicht gemerkt“, gibt Antonio F. (44) kleinlaut zu. Wie er seinen silbernen Golf V jetzt finden will – und was er verspricht.

München - Er wollte sparen. Deshalb parkte Antonio F. (Name geändert) aus Südtirol sein Auto am 5.Oktober in einer Seitenstraße, in der das Abstellen nichts kostet. Dann stieg der 44-Jährige in eine Tram und fuhr zur Wiesn. Es war das letzte Mal, dass er seinen silberfarbenen Golf sah.

Denn bis heute hat der Italiener sein Auto nicht wiedergefunden, obwohl er seit dem Oktoberfest schon drei Mal nach München zurückgekehrt ist und den Wagen gesucht hat.

„Ich habe mir den Namen der Straße leider nicht gemerkt“, sagt er kleinlaut am Telefon, als die AZ ihn in Südtirol erreicht. „Es war eine kleine Straße ohne irgendwelche Besonderheiten, ganz in der Nähe einer Haltestelle.“

Schwierig macht die Recherche, dass der Fabrikarbeiter nicht weiß, welcher Stopp das war. Und dass er sich auch nicht an die Nummer der Straßenbahnlinie erinnert.

„Es könnte die 16 oder die 17 gewesen sein.“ Weil Antonio F. sich allein auf den Weg nach München gemacht hat, gibt es zudem niemanden, den er fragen könnte.

„Ich bin beide Linien abgefahren und habe in jede Seitenstraße geschaut – nichts“, sagt er.

Als er seinen Wagen bei der Polizeiinspektion am Prinzregentenplatz als vermisst meldete, konnte er nicht mehr sagen, als: „Ich habe ihn irgendwo im Münchner Osten abgestellt.“

Die Polizisten versprachen, bei Streifenfahrten die Augen offen zu halten. Mehr können die Beamten in einem solchen Fall nicht tun.

Niedergeschlagen fuhr Antonio F. schließlich mit dem Zug zurück nach Italien. Seit einem Monat scheint der Volkswagen jetzt schon wie vom Erdboden verschluckt.

Abgeschleppt wurde er offenbar nicht. „In unserer Datei ist kein Eintrag mit diesem Kennzeichen zu finden“, sagt Polizei-Sprecher Christoph Reichenbach.

Einen störenden „Fremdparker“ hat auch niemand gemeldet. Da hilft nur: weitersuchen oder auf aufmerksame Mitmenschen hoffen. „Wir drücken dem Herrn auf jeden Fall die Daumen, dass er sein Auto wiederfindet“, sagt Christoph Reichenbach.

Im Übrigen sei der Italiener nicht der erste, der in München wochenlang nach seinem Auto suche: „So was haben wir immer wieder.“

Antonio F. weiß mittlerweile nicht mehr weiter. In seiner Verzweiflung hat er überall in der Stadt Suchplakate aufgehängt und eine Belohnung von 200 Euro für denjenigen ausgelobt, der ihn zu seinem Auto führt.

Das gute Oktoberfest-Bier sei übrigens nicht Schuld an seiner Misere, sagt der Südtiroler. „Ich war nicht auf der Wiesn um zu trinken, sondern wegen der Fahrgeschäfte.“

 Anmerkung der Redaktion: Auf Wunsch des Mannes haben wir inzwischen sein Foto entfernt und seinen Namen geändert.