Iran Ajatollah Chamenei unterstützt Irans Atomteam in Genf

Unmittelbar vor der Fortsetzung der Atomgespräche in Genf hat der oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, seine Unterstützung für das iranische Verhandlungsteam bekräftigt. Gleichzeitig warnte er in einer Rede vor Zugeständnissen über "rote Linien" hinaus.

Genf/Teheran - Unterhändler der fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschlands (5+1) und Vertreter der Islamischen Republik signalisierten vor den dreitägigen Verhandlungen den Willen zu einer weiteren Annäherung. Ziel ist eine Übergangslösung in dem jahrelangen Konflikt.

US-Präsident Barack Obama sprach sich gegen weitere US-Sanktionen während der laufenden Atomgespräche aus. Sollten die Verhandlungen allerdings scheitern, würden neue Strafmaßnahmen gegen Teheran als "robuste Antwort" verhängt werden, erklärte das Weiße Haus nach einem Treffen Obamas mit Senatoren.

Chamenei sagte in einer Rede in Teheran: "Ich unterstütze das Team in den Atomverhandlungen und werde ihm auch helfen.". In den Verhandlungen solle eine rationale Flexibilität verfolgt werden. Zu den "roten Linien" zählte er besonders das Recht des Landes auf ein friedliches Atomprogramm, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Nach der iranischen Verfassung hat Chamenei in allen strategischen Belangen das letzte Wort.

Kurz vor Beginn der Genfer Gespräche beriet der britische Premierminister David Cameron am Telefon mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani. In dem Gespräch betonte Cameron, dass die Regierung in Teheran die Bedenken der internationalen Gemeinschaft am iranischen Atomprogramm umfassend zerstreuen müsse. Dazu zähle unter anderem eine größere Transparenz, teilte ein Sprecher Camerons mit. Beide Politiker seien sich einig, dass es nun darum gehen müsse, die bislang erzielten "bedeutenden" Fortschritte weiter auszubauen.

Bereits vor gut einer Woche schien in einer ersten Runde eine Einigung zeitweise zum Greifen nahe. Dann wurden die Verhandlungen jedoch vertagt. Der Westen fürchtet, dass der Iran unter dem Deckmantel seines Atomprogramms Nuklearwaffen anstrebt, was Teheran kategorisch bestreitet. Teheran soll nun zunächst Teile seines Programms auf Eis legen und dafür Erleichterungen bei Wirtschaftssanktionen bekommen.

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