Mit mehrstündiger Verspätung sind die ersten Waffenausbilder der Bundeswehr am Freitag in den Nordirak abgeflogen.

Hohn - Wegen eines Defektes an der Transall hatten die Soldaten die Transportmaschine auf dem Rollfeld des Nato-Flugplatzes Hohn in Schleswig-Holstein direkt vor dem Start wieder verlassen müssen. Später starteten sie mit einer Ersatzmaschine. Auf dem Weg in die Kurden-Hauptstadt Erbil, wo das Flugzeug in der Nacht zum Samstag landen sollte, war ein Zwischenstopp in Burgas in Bulgarien geplant.

Deutschland will die kurdischen Soldaten mit den Waffenlieferungen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen. Insgesamt soll die kurdische Armee ab nächster Woche gebrauchte Waffen im Wert von 70 Millionen Euro aus Bundeswehrbeständen erhalten.

Das erste Ausbildungsteam besteht aus sechs Fallschirmjägern und einem Sanitäter der Luftlandebrigade 26 aus dem Saarland. In Erbil sollen sie kurdische Ausbilder in der Handhabung von Maschinengewehren, Panzerfäusten, Pistolen und anderem Gerät unterweisen.

Viele Fragen des Ausbildungseinsatzes waren zunächst noch ungeklärt. Die Sprache sei ein Problem, sagte ein 26-jähriger Ausbilder aus Rheinland-Pfalz kurz vor seinem Abflug. Dolmetscher sollen vor Ort helfen. Unterkunft, Ablauf und Dauer des Einsatzes seien noch offen: "Wir wissen noch gar nichts", sagte der 26-Jährige.

Die Ausbildung an komplizierterem Militärgerät wie den Panzerabwehrraketen "Milan" soll noch im September in der Infanterieschule Hammelburg in Bayern beginnen. Dazu werden rund 30 kurdische Soldaten nach Deutschland kommen. Die Peschmerga-Soldaten sollen unter anderem 500 dieser "Milan"-Raketen, 16 000 Gewehre und mehrere Millionen Schuss Munition für den Kampf gegen die Extremisten bekommen.