Der TSV 1860 ist seit der Rettung vor der Insolvenz durch Hasan Ismaik 2011 vom Wohlwollen des Investors abhängig. Ein Zustand, den Trainer Benno Möhlmann nicht gutheißen kann.

München - "Von Euphorie will ich nicht gerade sprechen", sagte Löwen-Trainer Benno Möhlmann, als er am Rande des ALKO-Cups in Neuulm zur Restrückrunde und der bevorstehenden, schweren Aufgabe befragt wurde, den Klassenerhalt zu schaffen. Das Hallenturnier sollte zumindest für ein bisschen Schwung sorgen - am Ende wurden die Löwen Dritter.

Was den Chefcoach auch stört, ist eines der leidigen Dauer-Themen an der Grünwalder Straße: das schwierige Verhältnis zu Gesellschafter Hasan Ismaik.

"Die Dinge, die grundsätzlich passieren, sind mit mir abgesprochen. Insofern werde ich da nicht überrascht", sagte Möhlmann bei Sport1, angesprochen auf die Vorgänge rund um den Jordanier, der als Hauptgesellschafter auch Transfers absegnen muss, "aber wir sind nicht die, die frei handeln können, sondern sind darauf angewiesen, dass sich Ismaik meldet und in bestimmten Dingen seine Zustimmung gibt. Das ist nicht optimal, aber ich beschränke mich auf meine Arbeit, um zuversichtlich in die letzten Spiele gehen zu können."

Mit anderen Worten: Möhlmann sind die komplizierten Kommunikationswege nach Abu Dhabi ein Dorn im Auge, der Trainer versucht allerdings als erklärter Pragmatiker, sich davon nicht von seinem Job, die Löwen zu retten, abhalten zu lasen.

Aktuelles Beispiel: Ismaik hat dem Wechsel von 1860-Juwel Marius Wolf zu Hannover 96 noch nicht zugestimmt. Theoretisch könnte der Wechsel daran sogar noch scheitern, Sportchef Oliver Kreuzer erklärt: "Hasan muss uns noch seine Zustimmung geben, dass Wolf weggehen kann. Das ist so verankert. Wenn die Zustimmung ausbleibt, kommt er wieder zurück. Ich gehe aber stark davon aus, dass das nicht passieren wird."