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Interview mit Katrin Esefeld "Schwimmen ist das Schwierigste"

Katrin Esefeld ist erfolgreiche Triathletin. Beim Lauftreff der Hypovereinsbank trainiert sie auch Anfänger. In der AZ gibt sie Tipps, auf was man achten muss, wenn man selbst einsteigen will

AZ: Frau Esefeld, Sie trainieren rund 15 Stunden die Woche für die Langdistanz. Wie viel Zeit muss jemand ins Training investieren, der neu einsteigen möchte?


KATRIN ESEFELD: Das hängt ein wenig vom Trainingszustand ab, ob man vorher einen anderen Sport gemacht hat. Einen Untrainierten muss man überhaupt erst einmal an den Sport heranbringen, mit zehn Minuten Training am Tag. Wer bereits hin und wieder Sport macht, sollte mit fünf Stunden Training die Woche, also jeden Tag eine Stunde, anfangen. Und dann kann man das langsam steigern.


Muss der Einsteiger in einer Woche alle drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren, Laufen trainieren?


Man kann nie alles drei gleichzeitig lernen. Da muss man auf eine Disziplin den Schwerpunkt setzen, um sich darin zu verbessern. Die meisten kommen vom Laufsport, dann ist Schwimmen das Schwierigste, was gelernt werden muss, und worauf der Fokus gelegt werden sollte.


Wo trainiert man sinnvollerweise? Im Verein oder allein?


Besser im Verein, weil man dann in der Gruppe mehr Spaß hat und eine Anleitung bekommt. Gerade was das Schwimmen betrifft, da ist es schon wichtig, dass man jemanden hat, der auf die Kraul-Technik schaut.


Was ist die richtige Einstiegsdistanz?


Ich habe mit der Kürzesten angefangen und empfehle das auch jedem. Es gibt Leute, die direkt auf die Langstrecke gehen, aber ich finde, man sollte es schrittweise aufbauen und mit Volksdistanzen anfangen, Vier, fünf Jahre bis zur Langdistanz ist ein sinnvoller Zeitraum. Muskeln, Sehnen, Bänder müssen sich erst an die Belastung gewöhnen.


Was braucht man für den ersten Triathlon?


Viele denken, alles hängt vom Material ab, aber das muss nicht sein. Man muss erst an sich arbeiten, bevor man Tausende Euro in das Material steckt. Fürs Schwimmen braucht man Badehose, Badehose oder Triathlonanzug, Schwimmbrille und Schwimmmütze. Einen Neoprenanzug vielleicht, wenn es sehr kalt ist. Für den ersten Triathlon braucht man nur ein funktionierendes Fahrrad, einen Helm und vielleicht eine Brille, fürs Laufen dann nur noch die Schuhe. Ein Startnummernband ist ganz gut.


Wie läuft es mit dem Essen im Triathlon?


Das muss man unbedingt austesten. Nicht jeder verträgt alles gleich gut. Es gibt Gels von verschiedenen Herstellern. Man kann auch einen Riegel essen, oder eine Banane. Beim Laufen finde ich die Gels besser, die kann der Körper schneller aufnehmen. Bei der kurzen Sprintdistanz reicht es, wenn man drei Stunden vorher richtig gegessen hat und dann während dem Rennen Flüssigkeit zu sich nimmt. Ich persönlich nehme viel über Elektrolytgetränke auf dem Rad zu mir und sonst nichts, das reicht völlig aus.


Welche Tipps haben Sie für den Wettkampftag?


Die wichtigsten Vorbereitungen macht man schon am Tag vorher, um Stress vor dem Wettkampf zu vermeiden. Man sollte rechtzeitig aufstehen, normal frühstücken. Wenn das Rad in der Wechselzone eingecheckt ist, sollte man sich Ruhe nehmen und konzentrieren. Wenn man gut trainiert hat, dann wird's auch meistens gut gehen. Und dann sollte ein Anfänger das Rennen langsam angehen und sich nicht von der Masse mitreißen lassen.

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