Inge Ladencafé und Manufaktur Scharfes aus Giesing

Sascha Elsperger hat lange an der Rezeptur für seinen Ingwersirup gefeilt. Seine „Inge“ ist in München mittlerweile sehr umtriebig. Foto: Petra Schramek

Ingwer ist seit Jahren eine Trend-Knolle mit einem besonderen Geschmack und guter Wirkung. Aus Giesing kommt jetzt der Sirup daraus

Die Inge ist eine Giesingerin, eine scharfe obendrein. Und sie hat ein Zuhause in der Watzmannstraße gefunden: Von hier aus kann sie jetzt voll durchstarten. Sascha Elsperger kümmert sich um ihr gutes Gedeihen, der 41-Jährige produziert den Ingwersirup. „Er ist handgemacht von Anfang bis Ende, vom Schälen der Wurzeln bis zum Etikettieren der Flaschen“, sagt Elsperger.

Seit Samstag hat er geeignete Räume, um seinen Sirup unabhängig zu produzieren, zuvor hatte er sich in Gastroküchen untergemietet. Und die Inge gibt es hier nicht nur zu kaufen, sondern auch im Tagescafé zu ordern, die „heiße Inge“ etwa (2,40 Euro). In der Küche brodelt ein großer Topf voller Ingwersud.

Brodelnde Töpfe, die ist Elsperger gewohnt, ist er doch gelernter Koch. Trotzdem hatte es ihn zum Fernsehen verschlagen, Redakteur für Kindersendungen war er bis 2001, als es in der Branche schwierig wurde und Elsperger beschloss, sich umzuorientieren. Also arbeitete er wieder in der Gastro. Und seit er einmal eine gute Ingwer-Limo getrunken hatte, ließ ihn der Gedanke an einen richtig guten Sirup nicht mehr los.

„Ich habe sicher ein Jahr lang an einer Excel-Tabelle geschrieben und die verschiedensten Zusammenstellungen festgehalten: Etwas mehr Zitrone, weniger Zucker...“ Aus Ingwer, Bio-Orangen, -Zitronen und Zucker besteht der Sirup.

2011 füllte er ein paar Flaschen ab, verschenkte sie zu Weihnachten. Und jeder liebte den süß-scharfen Getränkezusatz. Also brachte Sascha Elsperger seine Inge auf eine Messe, und auch hier kam das Produkt gut an. Mittlerweile ist der Ingwersirup gut in der Münchner Gastronomie vertreten: Im Sommer dürsteten die Gäste nach Inge-Sprizz, wie es ihn etwa in der „Cooperativa“ in der Jahnstraße gab: Zwei Teile Prosecco/Weißwein in ein Weinglas mit Eiswürfel gießen, gut einen Teil Mineralwasser dazugeben, einen Schuss Inge (2 – 3 cl). Mit Limettenscheibe und angedrücktem Basilikum garnieren.

Im Restaurant „Arts’n’Boards“ wurde ein „Ginger Rogers“ aus der Inge: 4 cl Gin, 2 cl frischer Zitronensaft, 2 cl Inge, 1 Löffel Puderzucker im Shaker mit Eiswürfel mixen, in ein Longdrinkglas mit Eiswürfel gießen, mit Soda aufgießen und mit Limette und Basilikum garnieren.

Weil sich die Inge auch für den Hausgebrauch gut macht, etwa aufgegossen mit heißem Wasser, kaufen auch immer mehr Leute direkt bei Elsperger. Mittlerweile produziert er ein paar hundert Flaschen im Monat. Ein Billigprodukt ist die Inge nicht: 12,90 Euro kostet die 0,7-Flasche. „Aber damit kann man 20 bis 25 Getränke machen“, sagt er.

Viele verschenken die Flaschen auch – an bekannte Inges. Neulich stand eine Kundin im besten Rentenalter im Laden, die war extra aus Ottobrunn hergefahren. Sie wollte sich diesen Sirup jetzt mal anschauen, sagte sie. Ihr Name: Inge Scharf. 


Inge Ladencafé, Watzmannstr. 2, Mo. bis Fr. 10 bis 16, Di. bis 20 Uhr, (nur) diesen Sa. & 24.12. 10.30 bis 13.30 Uhr, Ferien vom 25.12. bis 6.1., 99935498, www.die-inge.de

 

 

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