Am 2. Februar wurde die Witwe und Millionenerbin Elvira S. ermordet in ihrer Münchner Luxuswohnung aufgefunden. Vom Täter fehlte zunächst jede Spur, doch jetzt vermeldet die Polizei eine Festnahme – in Ungarn.

München - Die 38-jährige gebürtige Ungarin Elvira S. war nach dem Tod ihres Ehemannes aus dem Münchner Umland in das "Isar Stadtpalais" am Alten Südfriedhof gezogen. Horst S. war wenige Monate zuvor überraschend mit 64 Jahren gestorben – eines natürlichen Todes, wie Markus Kraus, Chef der Mordkommission, betont.

Der Unternehmer hatte mehrere Firmen gegründet, war mit technischen Erfindungen äußerst erfolgreich. Zu den bekanntesten gehören die Pfandschlösser für Einkaufswagen, die heute fast an jedem Einkaufswagen in den Supermärkten weltweit zu finden sind. Nach seinem Tod wurden einige der Patente auf seine Witwe übertragen.

 

Elvira S. ließ ihren Mörder selbst in die Wohnung

 

Elvira S. brauchte nicht zu arbeiten. Sie war Gesellschafterin, lebte von Ausschüttungen. In München lebte sie offenbar sehr zurückgezogen. Sie pflegte Kontakte in ihr Heimatland, trat in der Münchner Gesellschaft kaum in Erscheinung.

Am Dienstag 2. Februar um die Mittagszeit wurde sie von einem Concierge am Eingang zum Palais zuletzt lebend gesehen. Am nächsten Morgen wurde sie tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Einbruchsspuren gab es nicht, es lag also der Verdacht nahe, dass Elvira S. ihren Mörder kannte und in die Wohnung ließ.

 

Vom eigenen Bruder erdrosselt?

 

Am Donnerstag vermeldete die Polizei nun, dass eine dringend tatverdächtige Person in Ungarn festgenommen werden konnte. Dabei soll es sich um den zwei Jahre jüngeren Bruder der Ermordeten handeln. Er war nach München gekommen, um seiner Schwester bei ihrem Umzug in eine neue, sicherere Wohnung zu helfen. Stattdessen soll er sie dann umgebracht haben.

Offenbar ist der Bruder großzügig im Testament der Millionärin bedacht. Die Polizei vermutet daher, dass er seine Schwester erdrosselte, um früher an das Erbe zu kommen.

Der Mann wird derzeit von Ungarn nach München überführt und soll noch im Lauf des Donnerstags von der hiesigen Mordkommission vernommen und dem Haftrichter vorgeführt werden.