In der AZ zieht er Bilanz Weinzelt-Wirt Roland Kuffler feiert 80. Geburtstag

Seine große (und schöne!) Stütze: Roland Kuffler mit Frau Doris – sie haben drei Kinder. Die beiden Söhne arbeiten im Unternehmen mit. Foto: imago

Heute wird Münchens Top-Gastronom Roland Kuffler 80. In der AZ zieht er Bilanz – privat wie nie.

München - Los ging es mit Studentenkneipen in Heidelberg, heute ist er Patriarch der höchst erfolgreichsten Unternehmesgruppe, zu der deutschlandweit über 40 Restaurants gehören und die auf seinen Namen hört: Roland Kuffler hatte schon immer den richtigen Gastro- Riecher. Heute wird Münchens Top-Gastronom (Spatenhaus, Seehaus, Haxnbauer, Kuffler, Mangostin, Hotel Palace, Weinzelt) 80. In der AZ zieht er sehr persönlich Bilanz.

AZ: Herr Kuffler, Sie vertrauen Computern nicht, nur Ihrem Kopf – in dem Sie alle wichtigen Zahlen gespeichert haben. Gefällt Ihnen die 80?
ROLAND KUFFLER:
Das Alter sagt mir nix. Die 80 ist eine weitere Zahl. Ich fühle mich jetzt nicht älter. Da ich schon immer in meinem Leben gearbeitet habe, ändert sich auch nichts mit diesem Geburtstag. Ich arbeite weiter.

Warum eigentlich?
Was soll ich sonst tun?

Den Erfolg genießen?
Ach, nee. Zu viel Ruhe ist auch nicht gut. Mein nächstes Ziel lautet: Den Rollstuhl zu verlassen. Seit einem Sturz im letzten Jahr habe ich es an der Bandscheibe. Ich bin beim Herrn Müller-Wohlfahrt in den besten Händen und hoffe jetzt darauf, in den nächsten Tagen den Rollstuhl wieder verlassen zu können.

Wie hat der Rollstuhl Sie verändert?
Man wird demütiger, ist stark von anderen abhängig. Alle behandeln mich noch netter. Ich habe das große Glück, wieder aus dem Rollstuhl rauszukommen. Viele Menschen schaffen das leider nicht. Für die Rollstuhllfahrer muss auch in München noch mehr getan werden. Ich habe es selbst erlebt, vor welchen Lokalen es Rampen gibt und in welche man gar nicht erst reinkommt.

Ist die Gesundheit das höchste Gut?
Absolut. Und meine Familie, vor allem meine Frau. Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich bin. Ich habe früher nur gearbeitet, war nie zuhause. Sie ist bei mir geblieben, hat die Kinder großgezogen. Ich werde wehmütig, wenn ich darüber nachdenke. Die Zeit kann ich leider nicht zurückdrehen und das schmerzt sehr.

Ihr größter Triumph?
Spatenhaus. Und dass wir es mit dem Weinzelt allen Kritikern auf der Wiesn gezeigt haben. Und mit dem Seehaus. Anfangs hieß es: Das läuft nicht, das ist zu weit weg. Von wegen.

Was ärgert Sie?
Ich versuche mich nicht mehr so aufzuregen. Wenn aber wieder Wirte über die Wiesn schimpfen, werde ich sauer: Die Wiesn ist und bleibt ein Renner, auch wenn mal paar Besucher weniger kommen.

Ihr Erfolgsrezept?
Ich kümmere mich – immer, ständig, um alles. Von nichts kommt nichts.

Was haben Sie von Ihrer ersten Million gekauft?
Kein schickes Auto oder so. Ich brauche keinen Schnickschnack, spare gern. Wenn ich mal Geld ausgebe, dann für maßgeschneiderte Kleidung.

Gibt’s zum 80. ein großes Fest?
Nein, ich habe meine Familie und enge Freunde um mich. Das ist wichtig. Und eine gewisse Zufriedenheit. Ich ruf mir das immer wieder in Erinnerung, denke dann: Mensch, dir geht’s prima, du hast auch viel richtig gemacht. Sei glücklich.

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