Unverheiratete Paare können in einem Vertag festlegen, was passiert, falls sie sich trennen

Berlin -  Mit dem Partner eine Immobilie kaufen oder bauen – das ist für viele Menschen ein Lebenstraum. Doch was, wenn die Beziehung in die Brüche geht? Die gesetzlichen Bestimmungen greifen für unverheiratete Paare oft nicht. Gerade deshalb ist es wichtig, in einem Vertrag festzuhalten, wer welches Geld in den Bau oder Kauf des gemeinsamen Hauses einbringt, rät Stefan Walter, Geschäftsführer von Haus und Grund. Darüber hinaus könne man zum Beispiel klären, wer im Falle einer Trennung in der Immobilie wohnen bleibt. Oder, ganz ohne Trennung, wer die Tilgungsraten übernimmt, sollte ein Partner später mal daheim bei den Kindern bleiben.
Bei der Finanzierung müssen die Partner sich nicht zwingend die monatliche Rate teilen, um den Kredit abzubezahlen. Sie können es auch so regeln, dass der eine Partner Eigenkapital einbringt, und der andere allein die Tilgung stemmt. „Das sollte man aber, solange man sich noch verträgt, vertraglich festhalten”, rät Dirk Scobel von der Verbraucherzentrale Hamburg. Beteiligen sich beide Partner finanziell an der Immobilie, gelten wiederum besondere Regeln bei der Grundbucheintragung. „In diesem Fall sollten die Partner auch gemeinsam in das Grundbuch eingetragen werden, damit beide auch das hälftige Eigentum an der Immobilie erwerben”, so Sprecher bei Haus und Grund, Alexander Wiech.
Zahlt ein Partner die Zins- und Tilgungsleistungen, wird aber nicht Eigentümer der Immobilie, sollte er ein Rückforderungsrecht für den Fall der Fälle vertraglich vereinbaren, rät die Bundesnotarkammer. Um sich abzusichern, könnten unverheiratete Paare auch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gründen. Der Gesellschaftszweck ist der gemeinsame Erwerb einer Immobilie.
Und auch über den möglichen Tod des Lebensgefährten sollten sich Paare ohne Trauschein durchaus Gedanken machen. „Denn ledige Partner sind nicht erbberechtigt, anders als dies bei Ehegatten der Fall ist”, so Wiech. Folglich erben die Verwandten des Partners. Beide Partner sollten jeweils ein Testament abfassen, das die Vermögensnachfolge regelt.
Möglich ist in diesem Fall auch ein notarieller Erbvertrag. Wer den Überlebenden im Todesfall auch finanziell absichern möchte, sollte eine Risikolebensversicherung abschließen. Diese kann auch mit einer fallenden Versicherungssumme abgeschlossen werden. „Man kann die Höhe der versicherten Summe so einfach an die zu tilgende Restschuld des jeweiligen Partners anpassen.”