Hundehalterin schaut zu Bogenhausen: Schäferhund geht auf Kinder los

, aktualisiert am 21.05.2017 - 18:52 Uhr
Ein Schäferhund riss sich von seiner Leine los und attackierte ein sechjähriges Mädchen. (Symbolfoto) Foto: dpa

Eine Sechsjährige wird gebissen und verletzt. Die Besitzerin des Tieres gibt falsche Personalien an und verschwindet.

München - Zweimal innerhalb weniger Minuten geht ein Schäferhund im Park "Grüntal" in Bogenhausen auf spielende Kinder los. Seine Besitzerin greift nicht ein – selbst als sich ihr Hund in ein kleines Mädchens verbeißt und sie zu Boden reißt.

Die Frau geht am Mittwochabend in der Grünanlage Gassi. Der Hund läuft neben ihr an einer neongelben Leine. Gegen 18.20 Uhr begegnen sie zuerst einer 29-Jährigen und deren Tochter (4). Der Schäferhund benimmt sich sofort wie wild.

Bellend und mit gefletschten Zähnen versucht er, sich auf das kleine Mädchen zu stürzen. Die Mutter nimmt ihre Tochter auf den Arm. Die Hundebesitzerin bleibt dagegen bei dem Vorfall unbeteiligt. Sie ruft den aggressiv bellenden Schäferhund nicht zur Ordnung, und versucht auch nicht, dass um sich schnappende Tier irgendwie zu beruhigen oder mit Hilfe der Leine wegzuzerren.

Was als Nächstes passiert, ist noch viel unverständlicher. Die Hundebesitzerin geht in Richtung dreier Kinder weiter. Die Mädchen im Alter von sechs, 12 und 13 Jahren spielen in der Nähe. Doch statt sich von ihnen möglichst weit fern zu halten, geht die Frau mit ihrem Hund direkt auf sie zu.

Hundehalterin tut erst nichts und flüchtet dann

Wieder rastet der Schäferhund völlig aus. Er reißt seinem Frauchen den Griff der Leine aus der Hand, sprintet los und stürzt sich auf das erstbeste Kind. Er attackiert die Sechsjährige. Seine Zähen verfangen sich in den Haaren des Kindes. Der Hund schüttelt wie wild seinen Kopf.

Das Mädchen wird herumgerissen und zu Boden geschleudert. Sofort schnappt der Hund erneut zu. Diesmal verbeißt er sich in den linken Oberschenkel der Sechsjährigen. "Das Kind erlitt eine leichte Bisswunde und Kratzer am Kopf", sagt Polizeisprecher Florian Hirschauer.

Wie bei der ersten Attacke ihres beißwütigen Hundes bleibt die Besitzerin, eine Frau um die 40 Jahre, schlank, etwa 1,70 Meter groß mit braunen, schulterlangen Haaren und braunen Augen, wieder so teilnahmslos, als ginge sie die ganze Sache überhaupt nichts an, so berichten es jedenfalls später Zeugen der Polizei.

Die 29-jährige Mutter, die erst Minuten zuvor ihre eigene Tochter vor dem aggressiven Hund gerettet hat, hört die Hilferufe der Mädchen. Sie rennt los, will der Sechsjährigen helfen. Sie schreit die Hundebesitzerin an, sie möge ihr Tier zurückhalten, weitere Angriffe verhindern. Doch die Frau reagiert noch immer nicht.

Die 29-Jährige greift schließlich selbst nach dem am Boden liegenden verletzten Mädchen, nimmt es auf den Arm und schafft das Kind so aus der unmittelbaren Gefahrenzone.

Erst jetzt reagiert die Hundebesitzerin. Sie hebt die Leine vom Boden auf. Die 12-Jährige, die große Schwester des verletzten Mädchens, und deren Freundin (13) laufen der Fremden nach. Sie wollen deren Name und Adresse. Die Frau nennt beides. Dann geht sie endgültig.

Erst viel später merken die Mädchen, dass die Frau mit dem Schäferhund sie dreist belogen und ihnen falsche Personalien angegeben hat.


Bei der Hundebesitzerin handelt es sich um eine Frau im Alter von etwa 40 Jahren. Sie hat eine osteuropäische Erscheinung, ist etwa 1,70 Meter groß und schlank. Die Frau hat braune, schulterlange Haare und braune Augen. Zeugen, die die Hundeattacken gesehen haben, werden gebeten, sich bei der Polizei München zu melden.

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