HSV am Samstag in München Hamburg mit "Vollgas" gegen desaströse Serie

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Jubelnde Münchner, bediente Hamburger - ein Bild, welches in letzter Zeit zwischen den Bayern und dem HSV der Normalfall war. Foto: Sven Hoppe/Peter Kneffel/dpa/AZ

Null Punkte, 3:36-Tore: Die Zahlen der letzten sechs Gastspiele in München lassen Schlimmes befürchten, doch HSV-Trainer Markus Gisdol verspricht vor der Partie beim FC Bayern "Vollgas".

Hamburg/München - 0:5, 0:8, 1:3, 2:9, 0:5, 0:6 – die Zahlen des Grauens lassen für den Hamburger SV Schlimmes befürchten. Die nächste Abreibung vom FC Bayern, eine erneute Schmach in der Allianz Arena.

Doch die Bosse des abstiegsbedrohten Bundesliga-Dinos fahren trotz der verheerenden Pleitenserie in München mit viel Zuversicht gen Süden. Der HSV will beim Branchenprimus im 104. Nord-Süd-Klassiker am Samstag (15.30 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker) seine neue Stabilität beweisen.

"Die letzten Ergebnisse waren desaströs. Ich denke, dass diese Zeiten vorbei sind", sagte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen voller Überzeugung. Trainer Markus Gisdol kündigte trotz des bevorstehenden Pokal-Viertelfinals am Mittwoch gegen Borussia Mönchengladbach an, "auf jeden Fall die bestmögliche Mannschaft auf den Platz zu bringen. Für uns kann es nur heißen: Vollgas." Den vergangenen Auftritten in München misst der 47-Jährige keinerlei Bedeutung bei.

Dabei ist die jüngste HSV-Bilanz in München verheerend: Sieben Mal verloren die Hamburger am Stück. In den letzten sechs Partien kassierten sie sage und schreibe 36 Gegentore, das sind sechs (!) im Schnitt, und erzielten gerade einmal drei eigene Treffer. Der letzte HSV-Sieg bei den Bayern liegt mittlerweile fast zehn Jahre zurück: Am 28. April 2007 feierten die Hanseaten nach Toren von Rafael van der Vaart und Paolo Guerrero einen 2:1-Erfolg.

Seitdem ist die Schere zwischen den einstigen Kontrahenten auf Augenhöhe noch ein gutes Stück weiter aufgegangen. "Der Etatunterschied zwischen dem großartigen FC Bayern und dem Hamburger SV beträgt heute das Vier- bis Fünffache", rechnete Bruchhagen vor. "Vielleicht wird es in der Zukunft irgendwann mal wieder ein Spitzenspiel, aber zurzeit trennen uns Welten", sagte Gisdol und bezeichnete den Gegner als "nach wie vor beste Mannschaft in Deutschland". Der FC Bayern führt die Liga mit 50 Punkten an, die Hamburger haben mit 20 Zählern aus 21 Spielen weiterhin lediglich einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Kapitän Sakai: Es wird "ganz, ganz schwer"

Und doch ist so etwas wie ein Fünkchen Hoffnung bei den Norddeutschen zu spüren, dass endlich mal wieder etwas drin sein könnte. Der HSV hat sich zuletzt merklich berappelt, siegte unter anderem mit 3:0 beim Bayern-Verfolger RB Leipzig und steht auf Rang fünf der noch frischen Rückrundentabelle. "Wenn wir taktisch und leidenschaftlich so auftreten wie in Leipzig, dann können wir auch gegen die Bayern etwas mitnehmen", sagte Kapitän Gotoku Sakai, natürlich werde es in München aber "ganz, ganz schwer".

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Zumal Gisdols Vorbereitung auf das Auswärtsspiel von nicht unerheblichen Personalproblemen erschwert wurde, eine Grippewelle erwischte das Team und führte unter der Woche zu einem ausgedünnten Kader. Sicher fehlen wird in München Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos, den Schulterproblemen ausbremsen. Ein Fragezeichen steht noch hinter einem Startelfeinsatz von Torjäger Bobby Wood (Muskelverhärtung).

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