Hostaria Fratelli Brokkoli auf Italienisch

Wo früher ein Inder war, haben die Brüder Gruosso in aufgehellten Räumen ihr Lokal eröffnet. Foto: Daniel von Loeper

Die Brüder Gruosso haben 20 Jahre lang auf dieses Lokal gewartet. Jetzt haben sie am Wiener Platz ihr „Fratelli” eröffnet.

Die „cozze” und den „brasato di manzo” als Miesmuscheln und Rinderschmorbraten zu identifizieren, das gelingt einem vielleicht selbst dann noch, wenn die Italienischkenntnisse von nicht mehr als ein paar Urlauben an der Adria herrühren. Spätestens bei den „cime di rapa” wird es dann jedoch schon ziemlich eng.

Gemeint sind damit die Spitzen vom wilden Brokkoli. Die liest man in München schon auf Deutsch eher selten auf den Speisekarten. In der Hostaria Fratelli am Wiener Platz in Haidhausen jedoch gibt es sie–genauso wie jedes andere Gericht–nur auf Italienisch.

Eigentlich wollte Rocco Gruosso (50) das Lokal ganz ohne Karte betreiben. Aber das sei mit den Deutschen nicht zu machen, sagt er, „die wollen immer was zu lesen haben”. Deswegen gibt es nun zumindest eine kleine Speisekarte–auf Italienisch, damit der ursprüngliche Gedanke nicht ganz verloren geht.

Gruosso, der das Fratelli zusammen mit seinem Bruder Luigi (43) betreibt, wollte ein Lokal haben, in dem man mit den Gästen gleich ins Gespräch kommt. Die Leute sollen durch den gläsernen Windfang hereinkommen, sich auf einen der etwa 40 gepolsterten Stühle setzen und sich von Gruosso persönlich beraten lassen: Zur Vorspeise vielleicht das „Roastbeef con chiodini e scaglie di parmiggiano” (12,50 Euro), zum Hauptgang den Rochenflügel mit Bouillabaisse, auf Italienisch „ali di razza al guazzetto” (21 Euro), und wie wäre es zur Nachspeise mit dem „tortino di pere”, dem Beerentörtchen (8,50 Euro)?

Die Speisen im Fratelli werden im schonenden Sous-vide-Verfahren zubereitet, der Vakuumtechnik. Die Brüder Gruosso sind eben Vollprofis, was Küche und Service betrifft. Neun Jahre lang haben sie gemeinsam das La Promessa betrieben, erst in Schwabing, dann in Baldham.

Aus dieser Zeit wissen sie, dass zu einem guten Lokal auch ein vielfältiges Weinangebot gehört. „La Segreta”, der weiße Hauswein im Fratelli, stammt vom sizilianischen Weingut Planeta (4 Euro je 0,2 Liter), der rote, ein „Aglianico del vulture” (5 Euro) aus der Region Basilikata, der süditalienischen Heimat der beiden Gruosso-Brüder.

Wer seinen Wein lieber selbst aussucht, dem sei ein Blick in die Vitrine am Eingang empfohlen. Dort stehen 80 Sorten zur Wahl, aus Sardinien, dem Piemont und der Toskana. Auch hier: alles auf Italienisch.

Steinstraße 9, Mo. bis Fr. 12-14.30 und 18-23 Uhr, Sa. 18-23 Uhr, www.hostaria-fratelli.de, Tel. 20354767

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