Hofspielhaus Wortspielerische Heimatkunde mit André Hartmann

André Hartmann als kabarettistischer Rikschafahrer in voller Fahrt. Foto: Hofspielhaus

André Hartmann gibt im Hofspielhaus den kabarettistischen Rikschafahrer und führt durch München

Der Tausendsassa ist sogar sein eigenes Vorprogramm. Während sich das Kellertheater füllt, gibt André Hartmann mit leicht jazzigem, aber gepflegt gedämpftem Hintergrundklang den Barpianisten.

Wenn die Show beginnt, verwandelt er sich in den spätromantischen Virtuosen mit vielen tosenden Noten. Was klingt, als wäre es von Franz Liszt, ist, auch wenn nicht so ohne weiteres erkennbar, „Ja, mir san mit’m Radl da“.

Damit ist der Rahmen der neuen Show von André Hartmann im Wesentlichen abgesteckt: Radfahren und reichlich Musik, die sich nicht ganz so ernst nimmt. „Rikscha Sightseeing von A bis Z“ im Hofspielhaus (Chefin Christiane Brammer inszenierte selbst) ist außerdem noch ein kabarettistisch zubereitetes Künstlerdrama von einem, der auszog, um Generalmusikdirektor des Hofspielhauses zu werden.

Rikscha Kleidermann (André Hartmann) ist ein Tastengenie, das freilich davon nicht leben kann. Er macht seinen Vornamen zum Job und radelt mit seinen Fahrgästen durch die Stadt.

„Cosi-Pfanni-Tutti“

Dazu gehören auch Promis - vor allem die, die Hartmann in seinem gut sortierten Parodien-Portfolio hat: der Kaiser Beckenbauer etwa, die Kanzlerin Merkel, der OB a. D. Christian Ude oder Rudolph Moshammer, der sich zum Probeliegen im Familien-Mausoleum auf dem Ostfriedhof chauffieren lässt.

Apropos Osten: Herr Kleidermann ist kein Fan eines neuen Konzertsaals jenseits des Ostbahnhofs und spottet über das „Cosi-Pfanni-Tutti“. Ansonsten gehört, wie gewohnt, aktuelles Politkabarett nicht zu den Stärken einer Hartmann-Revue. Statt dessen amüsiert sie mit Heimatkunde für Kundige.

Die wortspielverliebten Erläuterungen zu Straßennamen links und rechts der Isar sind ebenso informativ wie amüsant für diejenigen, die bereits über Ortskenntnis verfügen. Das schränkt die Tourneemöglichkeiten allerdings erheblich ein.
Denn schon in Nachbarregionen wie Augsburg oder Rosenheim sind die meisten Pointen nur schwer vermittelbar.

Hofspielhaus, heute, 14., 15. Januar, 25., 26. Februar, 20 Uhr, Telefon 24 20 93 33

 

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