Hier hält niemand mehr an Bushaltestelle der Linie 58: Ein totes Eck wird schöner

Nicht lauschig: An der früheren Bushaltestelle unter der Brücke an der Humboldtstraße ist es laut. Doch Anwohner und Architektur-Studenten (kl. Foto) sehen Potenzial. Foto: Daniel von Loeper

Der alte Busbahnhof Kolumbusplatz soll belebt werden. Die Ideen reichen von mehr Sport bis zu mehr Grün.

München - Die einen möchten Hochbeete mit Blumen anlegen, die anderen sporteln, die nächsten einen Mini-Flohmarkt anbieten: Am Fuß des Giesinger Bergs, unter der Bahn-Brücke in der Nähe des Kolumbusplatzes. Das ist das Ergebnis eines Ideen-Workshops in Untergiesing – mit vielen Stadtteil-Bewohnern.

1.500 Quadratmeter Stadt liegen hier seit Jahren grau und hässlich brach – wo ein stillgelegter Busbahnhof zuletzt nur noch von der Buslinie 58 angefahren wurde.

Das tote Eck unter, vor und hinter der Bahn-Brücke an der Humboldtstraße soll zum Sommer erwachen: "Mir persönlich würde etwas Abgefahrenes, Hippes, Ungewöhnliches gefallen, das vielen zugutekommt – jenseits von Hundewiese und Kinderspielplatz", sagt Clemens Baumgärtner (CSU), Chef des Bezirksausschusses (BA) Untergiesing-Harlaching.

Zusammen mit der BA-Vizechefin Melly Kieweg (66) von den Grünen, hat er sich bei sechs Architektur-Studenten der TU München bedankt. Denn: Ausgehend von dem lokalen Ideen-Pool haben die angehenden Architekten erste Pläne für mehr Urbanität und Lebensqualität gezeichnet. "Sie haben das nicht für die Uni gemacht. Und die Studenten haben ihre Zeit geopfert, ohne auch nur einen Pfennig zu bekommen", sagt Melly Kieweg anerkennend.

Ein konkreter Vorschlag der jungen Planer: Ein Gerüst aufstellen, das aus der Unterführung herausragt, plus eine Dach-Erweiterung. "Das ist eine Art Käfig zum Begrünen. Im Inneren könnten Jugendliche Ballspiele machen", ergänzt Melly Kieweg.

Ob Fußball oder Basketball – für das Viertel sei es wichtig, dass Jugendliche endlich einen Ort bekämen, an dem sie sich laut austoben können, ohne zu stören, meint Kieweg: "So sind sie beschäftigt. In jeder neuen Wohnanlage wird ein Kinderspielplatz gebaut, die Jugend schaut in die Röhre."

Wolfgang Heidenreich von "Green City" will Kletterpflanzen wie Efeu, Geißblatt und Klematis setzen, die Feinstaub aufnehmen und den Schall reduzieren. Das Gartenbaureferat stellt im Frühjahr in der toten Asphaltwüste Pflanztröge auf. Als "Pflanzpaten" dürfen Anwohner mit grünen Daumen hier nach Herzenslust experimentieren. Interesse? Bitte eine Mail an die Initiative mehrplatzzumleben@gmx.de.

Der Bezirksausschuss 18 hat 10.000 Euro für die weitere Planung - und Realisierung - beantragt: Mittel aus dem kommunalen Programm "Bürgerinnen und Bürger planen ihre Stadt". Dazu legt der BA 25 Prozent drauf.

Der Ort wird nie lauschig, denn der Verkehr ist laut. Doch das tote Eck an der Humboldtstraße bekommt seine Chance.

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