Mit dem Riesling ist es ähnlich wie mit der Schweiz oder der Toskana: Er ist ein Inbegriff für Qualität. Die Wein-Kolumne von Herbert Stiglmaier.

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So wie eine fränkische oder die vielen anderen "Schweizen" auf eine besonders schöne bergige Landschaft hinweisen und der Begriff "Toskana" mit seinen Zutaten gutes Essen/ Wein/ viele Hügel Gebiete wie die Süd-Steiermark ("Steirische Toskana") und andere Weinanbaugebiete adeln soll - so steht der Riesling, den keiner so gut kann wie die deutschen Winzer, für höchste Qualität in der Weinflasche.

Also gibt es logischerweise den Goldriesling, den Welschriesling und sogar eine rote Rebsorte, die diesen Namen trägt: den Schwarzriesling. Er ist aber weder schwarz noch mit dem Riesling in irgendeiner Weise verwandt. Der Schwarzriesling ist ein trinkiger, eher leichter Rotwein mit einem ausgeprägten Aroma von roten Beeren aller Art, der sehr gut zur Brotzeit mit Schinken und milden Käsesorten passt. Klingt alles eher unsensationell, wäre da nicht die wahre Verwandtschaft des Schwarzrieslings und sein wichtigstes Betätigungsfeld: Eigentlich gehört er zur Familie der Burgunder. Ohne ihn gäbe es so gut wie keinen Champagner. Unter dem Namen "Pinot Meunier" verleiht er den großen französischen Schaumweinen die Fruchtigkeit, die die anderen Rebsorten des Nobelgetränks, der Chardonnay und der Pinot Noir, nicht liefern können.

In Deutschland wird der Schwarzriesling, der auch "Müllerrebe" heißt, auf 2 200 Hektar angebaut. Vor allem in Württemberg, aber auch in Franken - und in der "Deutschen Toskana", der Pfalz.

Trinken! 2011 "Schwarzriesling Qualitätswein trocken", Weingut des Grafen Neipperg, 74193 Schwaigern/Württemberg, 10,99 Euro bei Karstadt am Bahnhofsplatz 7, Tel. 55 12 15 18, www.perfetto.de