Schaumwein voraus, danach viele Gänge und dazu immer vom feinsten Wein - was man an Silvester als Weinfreund trinkt.

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Seien wir doch ehrlich. Silvester kann ein zweischneidiges Ereignis für uns Weinfreunde sein. Der Abend in größerer Runde beginnt früh: Schaumwein voraus, danach viele Gänge und dazu immer vom feinsten Wein. Schließlich feiert man den vermeintlich wichtigsten Abend des Jahres und will sich keine Blöße geben. Und so jagt eine großartige Flasche die nächste. Die richtige Dramaturgie will erhalten sein und demnach werden die Tropfen immer wuchtiger.

Beim Glockenschlag um Mitternacht vor der Nachspeise ist die angetrunkene Tischrunde schon weniger wählerisch geworden. Um subtile Wein-Aromen nachWeihrauch, Waldboden oder getrockneten Orangenschalen und um unsere edle Ambition, besondereWeine herzuzeigen, geht es schon lange nicht mehr. Was jetzt? Trockenen Jahrgangs-Champagner bester Bauart zwischen kindischen Männern mit Kanonenschlägen in der Hand und Frauen mit Mousse au Chocolat auf dem Teller verschießen? Hier schlägt die Stunde eines spannenden italienischen Weines, der sowohl schäumt, als auch perfekt zu vielen Nachspeisen passt – des „Moscato d’Asti“. Nein, mit dem pappsüßen „Asti“ hat dieser perlende Weißwein gar nichts zu tun.

Duftig kommt er daher mit elegant leisen Anklängen an Aprikosen, Holunder und Weintrauben. Der feine Most aus Muskateller-Trauben wird noch in der Gärung von der Hefe getrennt und dann gekühlt, damit die ganze Fruchtfülle mit leiser Süße und die natürliche Kohlensäure erhalten bleibt. Der „Moscato d’Asti“ geht sehr gut zum Feuerwerk oder mit ausdrucksstarkemKäse und obsthaltigen Nachspeisen. Da er geradezu lächerlich wenig Alkohol hat (5 – 6 Prozent), darf er sogar beim Neujahrs-Frühstück nochmitspielen.