"Hohe Qualität – edel – teuer“: Das ist das Image vom Dallmayr gleich hinter dem Marienplatz.  Was den Wein in diesem Hause angeht, so darf man dieses Urteil getrost revidieren.

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Schuld daran ist Olaf Höntsch (41). Als Lehrling hat er in der Dienerstraße vor über 20 Jahren angefangen und sein Weg führte konsequent nach unten: ins Erdgeschoss zur Weinabteilung, deren Einkauf er seit einigen Jahren leitet. „Früher ist man zu uns gekommen, wenn man eine gute Flasche für den Doktor als Geschenk gebraucht hat“, erzählt er.

Die „hohe Qualität“ ist ohne Zweifel vorhanden im Sortiment der 1500 Weine: angefangen von den ganz großen Franzosen aus den Anbaugebieten Bordeaux und Burgund bis hin zu den Säulenheiligen des deutschen Weines wie Egon Müller (Saar) und Fritz Haag (Mosel).

Als Schwerpunkte kommen Österreich und Italien dazu. Verbindet man die Abteilung „edel“ mit Erwartbarem, den immer gleichen Namen und mit den Weinen, die von den Wein-Päpsten dieser Welt mit ihren unsäglichen Punkte-Wertungen in den Himmel gelobt werden, dann überrascht die Auswahl beim Dallmayr.

Denn Olaf Höntsch traut sich was: Ob es nun der „Dolomytos“ ist, der Wein eines verschrobenen und schon verstorbenen Professors aus Südtirol, dessen Erbe man in der Dienerstraße bewahrt, oder Weine ohne Schwefel vom steirischen Weingut Strohmeier. „Wenn man es wirtschaftlich betrachtet, dann müssten wir die rausschmeißen“, sagt Höntsch und tut es eben nicht. Die „normale Flasche Wein, den Tropfen für jeden Tag“ will man im Dallmayr auch verkaufen.

Das zeigt sich am besten beim „Wein des Jahres“, der immer schon 6,90 Euro („2011 Domaine de Fontcaude / Languedoc A.C.“) kostet und den Olaf Höntsch nach drei Kriterien aussucht. Hohe Qualität, universell einsetzbar und nicht freaky“.