Hell, kein Teppich, Pflanzen So wohnen die Münchner

So wohnen die Münchner: Die Möbel sind hell, der Stil klar und Gardinen sind out. Foto: Florian Holzherr

Wir wohnen im Schnitt auf 96 Quadratmetern, finden unseren Flur hässlich und kaufen möglichst helle Möbel: Wie Münchner wohnen und  was sich verändert hat, zeigt eine neue Studie.

München - Eine passende Wohnung ist in München schwer zu finden. Doch ist man erst einmal eingezogen, fühlen die Münchner sich wohl. Das ergab jetzt eine Emnid-Studie im Auftrag des Möbelherstellers Interlübke:

1. Dahoam ist es am schönsten: 97 Prozent ist eine gute Wohnung wichtig. Wohnen hat einen höheren Stellenwert als Autos (37 Prozent) oder Urlaub (33 Prozent).

2. Der Münchner wohnt beengter als der Durchschnitt: 96 Quadratmeter bewohnt der Deutsche, in München dürften es nach Schätzungen des Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner weniger sein, „wegen der teuren Wohnsituation“. Allerdings: Wie überall anders leben die meisten Münchner zwischen Wohn- und Schlafzimmer, Küche, Bad und – je nach Alter – Kinder- oder Arbeitszimmer.

3. Die Küche ist weniger wichtig als noch 1989: Neun Prozent halten sich hier gerne auf, bei 21 Prozent ist sie mit dem Ess-Zimmer kombiniert. Gegessen wird überwiegend im Wohnzimmer.

4. Das Schlafzimmer ist der Rückzugsort. Zwei Drittel nutzen es neben dem Schlafen, um Sex zu haben. Dicht gefolgt von den 65 Prozent, die am liebsten im Bett lesen.

5. Die meisten Münchner fühlen sich unwohl in Bad und Flur. Für null Prozent ist das der Wohlfühlraum, bei 61 Prozent ist es das Wohnzimmer. Ein Prozent aller Deutschen hat kein eigenes Badezimmer.

6. Nussbaum und Eiche sind auf dem Rückzug, in den vergangenen zwanzig Jahren nahm dieser Trend um elf Prozent auf 38 Prozent ab. Stattdessen lebt ein Drittel „möglichst weiß und hell“ (Plus von 17 Prozent).

7. Eine knallbunte Wand findet nur ein Prozent chic. Die Wohnung darf nur für 14 Prozent farbenfroh sein.

8. Die Münchner lieben Blumen: Nach Bildern sind sie die wichtigste Deko, das gilt für 86 Prozent der Deutschen. Der Einkommensunterschied macht wenig aus: Familien mit einem Haushaltseinkommen von unter 1000 Euro haben zu 81 Prozent Pflanzen, ab 2500 Euro sind es 87 Prozent.

9. Die Tapete stirbt aus: Ein Drittel lebt inmitten nackter Wände. Bei den unter 30-Jährige haben 35 Prozent Tapete, bei Senioren 80 Prozent.

10. Als altmodisch gelten Gardinen, Teppiche und Schrankwände. „Nur Ostdeutschland ist noch ein Teppich- und Gardinenland“, sagt Schöppner. Bei den unter 35-Jährigen haben 40 Prozent einen Teppich.

11. Wichtigstes Möbel ist das Sofa mit 95 Prozent, gefolgt vom Fernseher (88 Prozent).<QA0>

12. Schon Jugendlichen sind hochwertige Möbel wichtig. Nur drei Prozent ist es egal, was bei ihnen daheim steht.

13. Für 86 Prozent sind Designernamen unwichtig. Entscheidend sind Funktionalität (96 Prozent) und Langlebigkeit (93 Prozent). „Da unterscheiden sich die pragmatischen Deutschen von den Italienern, die lieber Bella Figura machen wollen“, sagt Möbelhersteller Leo Lüdke.

14. Den Deutschen sind Trends nicht wichtig. 95 Prozent richten sich nach ihrem persönlichen Geschmack ein. Für Münchner ist ihre Wohnung damit ein Spiegel ihres Stils. Die meisten beraten sich mit ihrem Partner, nur 24 Prozent verlassen sich auf einen Innenarchitekten.

15. Die Wohngegend und die Raumaufteilung ist für 89 Prozent entscheidend. „In München ist das etwas geringer, weil es so wenig Wohnraum gibt“, sagt Schöppner.

16. 79 Prozent sind mit ihrer Wohnsituation zufrieden – +24 Prozent zu 1989.

17. Die Münchner werden älter. So denken 62 Prozent der über 14-Jährigen über altersgerechtes Wohnen nach.

18. Um sich wohlzufühlen, tun die Münchner einiges. Die meisten putzen mehrmals pro Woche. Die Rollenverteilung ist klassisch: Putzen und Kochen ist Frauen-Sache (55 und 51 Prozent), Reparaturen machen die Männer (68 Prozent).

19. Online bestellen nur 15 Prozent Möbel, 80 Prozent gehen ins Fachgeschäft.

20. In der Studie von Emnid und Interlübke wurde auch die Ikea-Frage gestellt: „Haben Sie sich schon mal beim Zusammensetzen von Möbeln geärgert?“ 33 Prozent antworteten mit ja, bei 45 Prozent lief das reibungslos. Allerdings: Unter den Akademikern gaben 50 Prozent an, sich geärgert zu haben.
 

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