Happy-Slapping in Schwabing Jugendliche schlagen Professor und filmen per Handy

Happy-Slapping nennt man die Attacken auf ahnungslose Opfer. Die Täter drehen Handy-Videos, die dann im Internet landen. Foto: imago

Zum Spaß haben drei Jugendliche in Schwabing auf offener Straße einen 67-Jährigen geschlagen. Einer drehte ein Video, um es ins Internet zu stellen.

Schwabing - Happy-Slapping heißt das Phänomen. Im Internet gibt es dazu unzählige Videos. Sie zeigen alle ungefähr die selben Bilder: Ein völlig unbeteiligter Mensch wird von Jugendlichen unvermittelt angegriffen. Die Täter schlagen dem Opfer ins Gesicht. Meist sind die Angegriffenen so perplex, dass sie sich nicht einmal wehren können. Einer aus der Gruppe filmt den Angriff mit seinem Handy. Das Video stellen die Jugendlichen dann ins Internet, beispielsweise auf Youtube.

So lief es auch am vergangenen Sonntag in Schwabing. Ein 67-jähriger Münchner radelt durchs Viertel. Plötzlich klingelte sein Handy. Er stoppte, um den Anruf anzunehmen. Das war gegen 14.20 Uhr an der Kreuzung Berliner- Ecke Johann-Fichte-Straße.

Plötzlich tauchten drei Teenager auf. Einer von ihnen kam auf den 67-Jährigen zu. Ohne Grund und ansatzlos holte er nach Angaben eines Polizeisprechers aus und schlug dem Professor mit der Hand mitten ins Gesicht. 

Etwas weiter hinten standen seine beiden Spezl. Ein 14-Jähriger filmte die Attacke mit seinem Smartphone. Anschließend liefen die drei Jugendlichen weg. Das völlig perplexe Opfer blieb zurück. Der Mann ging zur Polizei und erstattete Anzeige.

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Die Polizei konnte die drei Schüler aufgrund der Personenbeschreibung ermitteln. Das Trio war zuvor mit anderen Teenagern in Streit geraten. Daher waren ihre Personalien bekannt. Die Polizei nahm die Jugendlichen fest. Das Video ist beschlagnahmt. Die Schüler hatten keine Zeit, die Aufnahme ins Internet zu stellen. Der Schläger ist erst 13 Jahre alt und damit noch strafunmündig. Die Eltern der Teenager wurden informiert und auch das Jugendamt ist eingeschaltet.

Der 13- Jährige hatte ein Video seines 14-jährigen Freundes, das diesen ebenfalls dabei zeigt, wie er einen bislang unbekannten Senior unvermittelt ins Gesicht schlägt und dann weg rennt.

Die Polizie fand zudem heraus, dass der 13-Jährige zuvor auch eine Seniorin mit Wasser bespritzt hatte. Es wurde nicht auf Video aufgezeichnet. Die drei Jungen nannten den Modus „Smack Cam“. Hierbei werden hilflose Opfer aus dem Hinterhalt mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen und das Geschehen wird dann mittels Smartphone dokumentiert und online gestellt.

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