Auf der Leopoldstraße hat ein Hot Spot für ehrliche, chinesische Küche eröffnet: Das Restaurant „Hanshe“. Nicht alles ist übersetzt

Im Bistro Hanshe in der Nordendstraße war es Glück, mittags einen Platz zu bekommen – so viele Leute hatten sich über die Jahre in Xiaofang Yaos Kochkunst verliebt. Seit April hat sie Platz für alle Gäste: Das Hanshe ist umgezogen in die Leopoldstraße und ein richtiges Restaurant geworden. „Hanshe bedeutet so viel wie: mein Heim, herzlich willkommen“, sagt Yao. So begrüßt sie ihre Gäste wie Freunde, die zu Besuch kommen.

Das Lokal schräg gegenüber vom Holiday Inn ist schlicht eingerichtet, ein großformatiges Blütenbild aus China an der Wand, die Tische sind großzügig im Raum verteilt – „66 Plätze reichen uns, so ist es gemütlicher.“ Hier kann sie mit ihrem Mann jetzt endlich alle Gerichte kochen, für die im kleinen Mittagsbistro kein Platz war: Die Karte ist umfangreich. „Wir kochen anders als andere“, sagt Xiaofang Yao. „Hausmannskost, wie wir sie aus Shanghai kennen. Wir kochen wie für unsere Kinder:

Für die Gesundheit, Speisen, die auch nahrhaft sind.“ Mit Glutamat zu würzen, das würde Yao nicht in den Sinn kommen. Zwei Suppenhühner brodeln täglich in großen Töpfen vor sich hin, der Bambus ist frisch, nicht aus der Dose, die Soßen hausgemacht, und die Rind-Gerichte werden mit Roastbeef zubereitet. Letzteres etwa kommt gekocht mit Gemüse in Chilisoße nach Sichuan-Art zum Gast (15,90 Euro). Achtung: „Scharf“ heißt im Hanshe wirklich scharf. Oder gebraten mit chinesischem Sauerkohl (13,90). Es gibt knuspriges Entenfleisch mit Erdnuss- oder Pflaumensoße (14,90), viel Vegetarisches wie die gebratenen Auberginen nach Yuxiang-Art in süß-sauer-scharfer Knoblauchsoße (13,90) oder scharfes Mala-Tofu (13,90).

Und viele, viele Heimatspezialitäten, die es anderswo selten gibt und die vielen asiatischen Gäste anziehen: Der schwarze Heilbutt mit Frühlingszwiebeln und Ingwer in Spezialsoße etwa (22,90), geschmorter Schweinebauch in schwarzer Soße (16,90) oder gefüllt mit Tintenfisch (18,90). Der Fischtopf mit Gemüse und Chili (14,90) oder die scharfen Riesengarnelen, am Tisch flambiert (20,90).

Dazu steht am Tresen eine kleine Karte, voll chinesischer Schriftzeichen, die nicht ins Deutsche übersetzt ist: Für die Vorspeisen a la Schweineohr und Hühnerfüße, aber auch Spezialitäten wie Mungo-Nudeln in Chili. Jedes Jahr reisen Xiaofang Yao und ihr Mann nach Shanghai, um Neues zu probieren sich inspirieren zu lassen. „Wir lieben essen“, sagt Yao, „ein guter Koch muss essen lieben.“ 


Leopoldstraße 173, Mo. bis So. 11 – 14.30 Uhr und 17.30 – 22.30 Uhr, Sa. 17.30 – 22.30Uhr, Tel.: 36 07 69 89