Noch aber ist Breno in Stadelheim: Die AZ erklärt, wie der Gefängnis-Alltag des Fußball-Stars aussieht: Wecken 6.30 Uhr, 22 Uhr Licht aus. Mit Reaktionen in Brasilien

MÜNCHEN - 6.30 Uhr Wecken, 7Uhr Frühstück, 11 Uhr Mittagessen, 16.30 Uhr Abendessen, 22 Uhr Licht aus. Breno hat jetzt wieder einen streng geregelten Tagesablauf. Der Profi-Fußballer sitzt wieder in U-Haft. In Stadelheim. Denn so lange das Urteil gegen ihn (3 Jahre, neun Monate wegen schwerer Brandstiftung) nicht rechtskräftig ist, bleibt er als Untersuchungs-Häftling in einer Münchner Zelle.
Sein Anwalt Werner Leitner prüft derzeit noch, ob er in Revision geht. Eine Woche hat er dazu Zeit. So lange will auch die Staatsanwaltschaft warten, bevor sie eventuell reagiert. „Das behalten wir uns vor”, erklärt Pressesprecher Thomas Steinkraus-Koch.

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Wird das Urteil rechtskräftig, wird Breno von Stadelheim in die JVA nach Landsberg verlegt. Dort sitzen all diejenigen ihre Haftstrafe ab, die weniger als sechs Jahre aufgebrummt bekommen haben. Die ganz schweren Jungs mit über sechs Jahren Haft kommen nach Straubing.

Ex-Stürmerstar Giovane Elber hatte Breno dem FC Bayern seinerzeit empfohlen. Er war geschockt von dem Urteil: „Seine Karriere ist vorbei. Das ist eine Katastrophe.” Breno sei „kein schlechter Junge. Das Gefängnis wird ihm nicht helfen. Der Junge ist krank, er hat Probleme. Er braucht Hilfe.” In Brasilien denken viele wie Elber.

Auf dem Sportnachrichtenportal des größten TV-Senders „O Globo” liefen gestern in kürzester Zeit rund 150 Kommentare ein. Die große Mehrheit der Brasilianer reagiert ungläubig und erschüttert auf die Nachricht über die Gefängnisstrafe für Breno. Tenor: „Nichts rechtfertigt fast vier Jahre Gefängnis!”

Der Großteil ist schockiert von dem harten Urteil: „In Brasilien hätte ein reicher Promi wie Breno eine läppische Geldstrafe erhalten - oder er wäre frei davongekommen”, schreibt ein Leser. Eine Frau kommentiert sogar: „Sein eigenes Haus anzuzünden, kann doch kein Verbrechen sein...”

Viele haben Mitleid mit Breno und wünschen ihm: „Gott mit dir”. Andere meinen: „Wäre Breno blond und blauäugig gewesen, hätte er Milde erwarten dürfen. Deutschland ist eines der rassistischsten Länder der Welt.”

Der kleinere Teil lobt die deutsche Justiz: „Gratuliere Deutschland, wir werden nie so gerecht sein wie ihr.” Oder: „Das ist wahre Rechtsprechung. Breno hat Feuer gelegt. Er hätte andere töten können. Ich gratuliere der deutschen Justiz, die alle Menschen gleich behandelt.”

Das schockierende Breno-Urteil gilt jetzt als Lehre: „Besser, die Brasilianer benehmen sich, wenn sie in Zukunft in Europa unterwegs sind. Die Dinge funktionieren dort anders als hier.”

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