Grusel-Spaß Herrlicher Horror im Zirkus auf der Theresienwiese

Gruseligen Spaß gibt es in diesen Wochen auf der Theresienwiese. Foto: Petra Schramek

Ein bisschen ausgebremst von den Münchner Sicherheitsbehörden – und doch großartige Unterhaltung: der Grusel-Spaß auf der Theresienwiese.

Ein bisschen was aushalten können muss man schon als Besucher – es passiert, dass ein seitbezopfter Cheerleader mit blutverschmiertem Gesicht und einem Messer in der Hand einem sanft die Haare durchwuschelt. Oder eins, zwei, Freddy Krueger kommt vorbei und knufft – mit linken Hand, der Hand ohne Klingen an den Fingern – einem mittelsanft in die Seite.

Und wer Kinder mitbringt und denkt, wenn’s etwas derb wird, hält er ihnen einfach kurz die Ohren oder Augen zu: Ein entspannter Abend für den derart motivierten Betreuer wird das nicht – allein der durch die Show führende Unterweltler Nosferatu (Zirkuschef Joachim Sperlich) sagt in seiner Moderation etwa 15 Mal "Scheiße".

Ein großartig unterhaltsames Paket

Aber all das kommt eben mit im Paket vom Zirkus des Horrors – und das ist ein großartig unterhaltsames: Cylios mit seinem geschminkten Joker-Grinsen zum Beispiel jongliert so rasend schnell, dass die Keulen zu glänzenden Rädern werden, die besessene Emily am Schwungseil schaukelt und turnt elegant unterm Zeltdach und Kiminus und Belenus spazieren und springen ohne Sicherung auf dem sich ewig drehenden "Rad des Todes" herum, dass einem ganz schwindelig wird.

Den auf einem brennenden Scheiterhaufen turnenden René D’Arc haben leider das Kreisverwaltungsreferat und die Berufsfeuerwehr einkassiert – Brandschutz. Dafür fliegen bei der Stuntshow der "Freefighters" tatsächlich Motorräder durch die Luft.

Nur der Clown, ach. Clowns sind eben Clowns, immer zu laut, tölpelhaft, auf die billigen Lacher aus, gern auf Kosten anderer. So hält’s der Horrorzirkus-Clown Maleficus auch, allerdings ohne Torten und Wasserspritzblume – stattdessen muss ein "Freiwilliger" aus dem Publikum auf allen Vieren in der Arena sitzen, ein Halsband um den Hals, und bellen. Außerdem mit einem Sack über dem Kopf sich vom Clown mit stumpfen Messern bewerfen lassen. Außerdem sich vor einem Tribunal mit Aussicht auf das Urteil "Köpfen" dafür verantworten, dass er eine Freundin hat.

Nick, falls du das liest: Du warst beeindruckend souverän und furchtlos. Wir haben schon bei Freddy Kruegers Knuff gedacht, wir müssten sterben.


Zirkus des Horrors, noch bis 17. Juni 2017 auf der Theresienwiese, erreichbar mit der U4/U5, täglich 19.30 Uhr. Karten ab 20 Euro

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