Schon seit Jahren hat der TSV 1860 ein Problem mit Neonazis in der Fan-Kurve. Bei der Eröffnung des renovierten Grünwalder Stadions wurden nun drei bekannte Neonazis aus dem Stadion komplimentiert.

Giesing - Mehr als 1700 Fans feierten am Mittwoch das 2:0 der Löwen-Amateure in der Regionalliga gegen Illertissen und - vor allem -  die Wiedereröffnung des renovierten und von den Löwen heiß geliebten Grünwalder Stadions. Während der zweiten Halbzeit kam es aber in der Stehhalle auf der Gegengeraden, der Heimat der 1860-Fans im Sechzger Stadion, plötzlich zu einem kleinen Scharmützel. Am Ende geleiteten Polizisten drei bekannte Neonazis aus dem Stadion.

Vor Jahren schon haben sich einige Personen aus der rechten Szene ausgerechnet die Löwen als Lieblingsklub ausgesucht und besuchen regelmäßig Spiele in der Allianz Arena und im Grünwalder Stadion. Nachdem die Initiative  "Löwenfans gegen Rechts" lange mehr oder weniger alleine auf weiter Flur gegen das braune Gesocks gekämpft hat, hat der Klub mittlerweile einen Passus gegen Rechtsextremismus in die Vereinssatzung aufgenommen und distanziert sich nunmehr auch offiziell von den Machenschaften der Löwen während des Dritten Reichs, als sich die Klub-Bosse von der NSDAP vereinnahmen ließen.

"Für Rechtsextreme ist bei uns in der Kurve kein Platz", sagt 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer regelmäßig. Am Mittwoch haben einige Anhänger diesen Satz vielleicht etwas zu wörtlich genommen. Nach einige Pöbeleien und herablassenden Bemerkungen von Seiten der Neonazis, riefen die Löwen-Fans: "Wir sind Löwen - und ihr nicht!" Danach kam es zu einem Handgemenge, bei dem sich ein Neonazi leicht verletzte. Die Polizei geleitete drei der Rechtsradikalen schließlich unter dem Jubel der Fans aus dem Stadion. "Da hat sich ein ganzer Block entschieden, die Nazis herauszukomplimentieren", kommentierte ein Umstehender das Geschehen lakonisch.