Gründer der "Aktion Münchner Fahrgäste" Trauer um Andreas Nagel (†57): "Ein sympathischer Mensch"

Ein Mahner: Andreas Nagel ( † 57) hat die Politik oft genervt – und viele Veränderungen für den Öffentlichen Nahverkehr angestoßen. Foto: privat

Der Gründer der „Aktion Münchner Fahrgäste“, Andreas Nagel, ist überraschend mit nur 57 Jahren gestorben. Bürgermeister Schmid  lobt in der AZ Nagel.

Bogenhausen - Es ist erst ein paar Wochen her, da hat Andreas Nagel nochmal in der AZ-Redaktion angerufen.

Die Tram-Linie nach Steinhausen war an jenem Dezember-Tag feierlich eröffnet worden, die Stadt-Politik übergoss sich selbst mit warmen Worten. Doch Nagel sah die Sache kritisch: Müsse man nicht auch stärker betonen, dass das Geld investiert worden sei, ohne dass eine direkte Anbindung an die Innenstadt geschaffen werde.

Die Tram 25 fährt nur bis zum Max-Weber-Platz in Richtung City – und biegt dann ab in Richtung Giesing und Grünwald.

Immer konstruktiv

Ein Irrsinn, fand Nagel – und sagte das auch sehr deutlich. So war der 57-Jährige: Immer konstruktiv, aber nie darum verlegen, denen, die in der Stadt das Sagen haben, deutlich zu widersprechen. Wie berichtet, ist der 57-Jährige jetzt überraschend gestorben.

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Nagel hatte die „Aktion Münchner Fahrgäste“ Ende der 80er gegründet. Damals ging es vor allem darum, die Trambahnen überhaupt zu erhalten, 1994 initiierte er die Christkindl-Tram, seit 1997 gibt es den ehrenamtlich betriebenen Info-Kiosk der Initiative im Stachus-Untergeschoss.

"Sympathischer Kämpfer"

In der AZ würdigt Bürgermeister Josef Schmid (CSU) Nagel. „Ich kannte ihn als leidenschaftlichen, anderen Sichtweisen immer aufgeschlossenen und sehr sympathischen Kämpfer für den Öffentlichen Nahverkehr“, sagt Schmid. „Die verkehrspolitische Debatte verliert eine wichtige Stimme.“

Weniger bekannt war, dass Andreas Nagel seit mehr als 20 Jahren für die Initiative „David contra Goliath“ im Bezirksausschuss Bogenhausen (BA) saß. BA-Chefin Angelika Pilz-Strasser (Grüne) sagt: „Ich erlebte Andreas Nagel als sehr authentischen Menschen, unbeirrbar in seiner Leidenschaft für die Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs und der Tram. Er sagte seine Meinung deutlich und fand doch immer zum Abschied ein verbindendes Wort.“

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Nicholta Holtmann (ÖDP), die mit Nagel seit 2014 eine Fraktion bildete, sagt: „Wir waren schnell ein gutes Team. Sein Fachwissen kann keiner ersetzen, vor allem aber werde ich ihn als Menschen vermissen.“ Am 26. Januar findet ab 19 Uhr in St. Ludwig an der Ludwigstraße ein Trauergottesdienst statt.

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