Großes AZ-Interview Stephan Hain: "Wir wollen in die Zweite Liga!"

Torgarant der SpVgg Unterhaching: Stephan Hain spielt eine hervorragende Saison in der 3. Liga. Foto: imago

Unterhaching spielt am Samstag bei Absteiger Würzburg. Torjäger Hain spricht in der AZ über den Saisonstart und Hachings Ziele.

Unterhaching - Vor dem Duell der SpVgg hat die AZ mit Haching-Stürmer Stephan Hain gesprochen.

AZ: Herr Hain, zehn Spiele, 16 Punkte, Platz fünf. Sie sind in der Dritten Liga angekommen.
STEPHAN HAIN: Ja, das kann man schon so sagen. Mit 16 Punkten können wir zufrieden sein. Aber man muss das Ganze auch richtig einschätzen, alle Mannschaften liegen relativ eng beisammen.

Was muss besser werden?
Wir haben schon noch Luft nach oben. Zuletzt standen wir zwar besser in der Defensive, davor haben wir aber zu viele Gegentore bekommen. Manchmal spielen wir noch ein wenig naiv, es fehlt die Konstanz.

Was man von Ihnen nicht behaupten kann. Sie stehen in Liga Drei bei acht Treffern.
Ja, ich kann mich nicht beschweren. (lacht) So darf es ruhig weitergehen.

Der Umstieg von der Regionalliga zurück in den Profifußball scheint Ihnen und der SpVgg kaum Probleme zu bereiten.
Man muss sich schon umstellen. Der erste Spieltag war eigentlich das perfekte Beispiel (0:3-Niederlage in Bremen, d. Red.). Da wollten wir unseren Fußball spielen, sind aber nicht in die Zweikämpfe gekommen. Anfangs hatten wir mit der Härte unsere Probleme, wir mussten uns erst wieder an die Zweikampfführung gewöhnen.

Im vorletzten Heimspiel gegen Großaspach gab es wieder solche Probleme, Sie verloren 1:4, im nächsten Heimspiel schossen sie Meppen mit 4:0 aus dem Stadion. Zeigt das auch, wie ausgeglichen die Liga ist?
Scheint so. Wenn man einen Gegner auf die leichte Schulter nimmt, kann es schon mal ordentlich eine auf den Deckel geben. Du musst jedes Spiel hundert Prozent geben.

Am Wochenende spielen Sie gegen Würzburg, einen Zweitliga-Absteiger, der sich offensichtlich im neuen Umfeld noch recht schwertut.
Das ist trügerisch. Man sieht das auch beim Karlsruher SC. Beide Absteiger mussten fast die komplette Mannschaft austauschen, haben trotzdem die Favoritenrolle inne. Da ist der Gegner immer doppelt motiviert. Sowohl Würzburg als auch der KSC werden bald wieder oben mitspielen.

Dient Würzburg, trotz der aktuellen Lage, als Vorbild? Immerhin schafften sie vor zwei Jahren den Durchmarsch von der Regionalliga in Liga Zwei.
Ganz ehrlich, bei uns spricht noch niemand vom Aufstieg. Wir wollen so schnell wie möglich 45 Punkte sammeln, dann kann man sich neue Ziele setzen. Wir dürfen uns von der derzeitigen Situation auch nicht blenden lassen.

Ihr Präsident Manni Schwabl betont immer wieder, dass die Dritte Liga ein finanzieller Albtraum sei, weil Profibedingungen gefordert werden, aber wenig verdient wird. Wie sehen Sie das?
Rein sportlich ist es sehr professionell, es hat sich viel getan, die Lücke zur Zweiten Liga ist nicht groß. Aber wirtschaftlich betrachtet kann ich mir schon vorstellen, dass es für die Klubs nicht leicht ist. Wir haben weite, teure Auswärtsfahrten und oft nicht viel mehr Zuschauer als in der Regionalliga.

Ist das bislang ein Wermutstropfen in dieser Saison, dass oft die Zuschauer ausbleiben?
Was heißt Wermutstropfen, Unterhaching ist halt keine Metropole. Die Zuschauer, die da sind, machen jedenfalls gute Stimmung. Es macht Spaß – trotz halbleerem Stadion.

Und das, obwohl Sie jetzt die sportliche Nummer zwei im Großraum München sind nach dem Absturz der Löwen. Was trauen Sie Ihrem Ex-Verein in der Regionalliga zu?
Ich denke, dass sie Meister werden. Dann kommt es auf die Tagesform in den Relegationsspielen an. Von der Mannschaftsstärke her können sie das auf jeden Fall packen.

Zurück zu Ihnen. Sie sind im besten Stürmeralter und treffen, wie Sie wollen. Wie sehen Ihre Pläne aus?
Ich habe schon den Plan, in näherer Zukunft in Haching zu bleiben, habe noch Vertrag bis 2019 plus Option. Der Verein hat große Ziele und es wäre schön, wenn ich mithelfen kann, diese zu verwirklichen. Über kurz oder lang wollen wir in die Zweite Liga.

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