Barcelona - Michael Schumacher fluchte im Kiesbett, Sebastian Vettel hielt den Schaden noch in Grenzen. Für die deutschen Formel-1-Piloten war der Große Preis von Spanien ein Rennen zum Vergessen.

Vettel kam in seinem Red Bull beim Sensationssieg von Williams-Pilot Pastor Maldonado (Venezuela) vor Lokalmatador Fernando Alonso nicht über Platz sechs hinaus. Mercedes-Pilot Schumacher schied nach einem heftigen Auffahrunfall bereits in der 13. Runde aus und schimpfte über Vordermann Bruno Senna: "Idiot". China-Sieger Nico Rosberg kam im zweiten Mercedes auf den siebten Rang.

Dritter wurde Rückkehrer Kimi Räikkönen im Lotus. Die weiteren WM-Anwärter und Vettel-Verfolger Lewis Hamilton und Jenson Button (beide McLaren) mussten sich mit den Rängen acht und neun begnügen. Dabei war Hamilton vom letzten Platz aus gestartet, nachdem er seine Pole wegen einer Tankpanne an Maldonado hatte abgeben müssen.

Als die Roten Ampeln ausgingen, gerieten die spanischen Fans schier aus dem Häuschen. Noch vor der ersten Kurve kassierte Alonso Maldonado ein. Der Südamerikaner versuchte zwar, den Weg innen zu zu machen, der rote Ferrari schob sich aber auf den ersten Metern des 307,104 Kilometer langen Rennens vorbei. Es war der Beginn des Dauerduells zwischen dem zweimaligen Weltmeister und dem Außenseiter.

Die stets beim Start befürchteten Karambolagen blieben auch dahinter aus. Das deutsche Trio mit Rosberg (5.), Schumacher (6.) und Vettel (7.) schob sich in der ersten Runde jeweils einen Platz nach vorn. Landsmann Timo Glock feierte sein persönliches Erfolgserlebnis noch weiter hinten: In Runde zwei kam er für ein paar Sekunden in seinem unterlegenen Mariussa-Rennwagen an Hamilton vorbei. Letztlich wurde er 18., Nico Hülkenberg landete im Force India auf Platz zehn.

Beim Kampf um den Sieg spielten jedoch auch die deutschen Asse diesmal keine Rolle. Nach dem ersten Reifenwechsel-Reigen lag Alonso unverändert vor Maldonado und Räikkönen an der Spitze. Rosberg war Vierter, Schumacher Sechster und Vettel Siebter. Und dann krachte es. Auf der Start-Ziel-Gerade fuhr Schumacher Senna im zweiten Williams ins Heck, Autoteile flogen durch die Luft, der dahinter lauernde Vettel konnte aber rechtzeitig ausweichen.

Für Schumacher war das Rennen indes vorbei: "Idiot", kommentierte er via Boxenfunk. Ob Senna schuld war, blieb erstmal eher fraglich. Die Rennkommissare wollten den Fall nach dem Grand Prix untersuchen. Für Schumacher stand aber fest: "Das, was ich im Radio schon gesagt habe, hat sich bestätigt." Sichtlich angesäuert warf er dem Neffen der Formel-1-Legende Ayrton Senna vor, beim Anbremsen die Spur gewechselt zu haben. "Eine Art und Weise, die nicht akzeptabel ist für mich", betonte der 43-Jährige.

Für den Rekordweltmeister, der zu früheren Zeiten sechsmal in Barcelona hatte gewinnen können, setzte sich damit die Kette der Pleiten und Pannen in dieser Saison fort: In Australien hatte sein Mercedes einen Getriebeschaden, in Malaysia hatte er einen Unfall mit Grosjean, und in China wurde er durch einen nicht festgezogenen Reifen gebremst. "Das ist natürlich sehr nervig", kommentierte er den erneuten Ausfall, der dann auch noch für Kumpel Vettel Folgen hatte.

Der Doppelweltmeister und Bahrain-Gewinner reagierte nicht schnell genug auf die Gelben Flaggen, die vor den Trümmerteilen auf der Strecke warnen sollten. Die Strafe: Einmal durch die Boxengasse und Vettel fiel vom sechsten auf den zehnten Platz zurück. Mehr als Schadensbegrenzung war für den als WM-Führenden ins Rennen gestarteten 24-Jährigen nicht mehr drin. Immerhin schob er sich in der Schlussphase wieder bis auf Rang sechs vor und verteidigte somit die WM-Spitze.

Den Sieg machten diesmal wieder andere unter sich aus, nachdem die ersten vier Rennen von vier verschiedenen Piloten gewonnen worden waren. Maldonado und Alonso wechselten sich entsprechend der Boxenstopps an der Spitze ab. Letztlich triumphierte Maldonado, weil er cool bleib und sich keinen Fehler leistete. Der fünfte Sieger im fünften Rennen.